Die Wiener Börse hat am Montag mit moderaten
Gewinnen geschlossen. Der ATX holte anfängliche
Verluste im Nachmittagsverlauf auf und beendete den Tag mit einem
Plus von 0,44 Prozent und 5.293,88 Punkten. Der breiter gefasste ATX
Prime legte 0,42 Prozent auf 2.629,59 Zähler zu. Auch an anderen
Börsen in Europa ging es leicht nach oben. Das beherrschende Thema
blieben dabei weiter der Iran-Krieg und die Ängste vor den
ökonomischen Folgen.
Die wegen des Konflikts stark gestiegenen Ölpreise hatten zuletzt
noch Ängste vor hoher Inflation und damit auch gegensteuernden
Zinserhöhungen der Notenbanken geschürt. Für etwas Hoffnung sorgten
nun aber Signale für mögliche Fortschritte bei der Lösung des
Konflikts. US-Präsident Donald Trump schrieb auf seiner Plattform
Truth Social, die USA führten "ernsthafte Gespräche mit einer neuen
und vernünftigeren Regierung" im Iran, um die Militäroperation zu
beenden. Es seien "große Fortschritte erzielt" worden.
Zudem dämpften zuletzt auch die Aussagen mehrerer EZB-Vertreter
etwas die Ängste vor bald anstehenden Zinserhöhungen der Notenbank.
Die am Montag gemeldeten Inflationsdaten aus Deutschland belegten
zwar den preistreibenden Einfluss des Ölpreishöhenflugs, dies war
aber erwartet worden und bewegte die Börsen nicht.
Schwach zeigten sich am Montag nach Meldung einer Übernahme in
Rumänien die Aktien der RBI und verloren 1,3 Prozent. Die Bank hat
am Wochenende bekannt gegeben, dass sie die rumänischen
Geschäftsbereiche der BBVA-Tochter Garanti für 591
Millionen Euro übernehmen werde. Die Analysten der Erste Group
werteten die Übernahme in einer ersten Reaktion positiv. Der Kauf
passe gut in die Gesamtstrategie der RBI und verringere zudem den
relativen Anteil des Russland-Geschäfts, so das Fazit der Experten.
Größere Verluste verbuchten auch Lenzing (minus 2,2 Prozent) und
Voestalpine (minus 1,9 Prozent). Andritz
verloren bedingt durch einen Dividendenabschlag 3,9
Prozent.
Gesucht waren angesichts der jüngsten Ölpreisrally die Ölwerte OMV
und SBO mit Gewinnen zwischen 2 und 3 Prozent. Auch
an anderen Börsen in Europa fanden sich Aktien aus der Ölbranche
unter den Tagesgewinnern. Die Rohölpreise haben am Montag ihren
jüngsten Höhenflug zeitweise noch etwas fortgesetzt.
Tagesgewinner im ATX waren Verbund . Die Aktien des
Stromversorgers profitieren von der europaweit positiven
Branchenstimmung und stiegen trotz einer Kurszielsenkung um 4,2
Prozent auf 66,35 Euro. Die Analysten der kanadischen Bank RBC haben
ihr Kursziel für die Aktien des Verbund am Montag angesichts der
hohen Nettoverschuldung des Versorgers von 57,50 auf 56,5 Euro
gesenkt und ihre Einstufung "Underperform" bestätigt./APA/zb