Wiener Börse (Mittag) - ATX verliert 0,5 %, RBI 2,7 % im Minus / Iran-Krieg weiter im Fokus - RBI-Aktien geben nach Meldung einer Übernahme in Rumänien nach - Ölwerte gesucht
Die Wiener Börse ist am Montag mit Verlusten in die Woche gestartet. Der ATX fiel bis gegen 12.30 Uhr um 0,50 Prozent auf 5.244,54 Punkte. Der breiter gefasste ATX Prime ermäßigte sich um 0,50 Prozent auf 2.605,97 Zähler. Andere Börsen in Europa zeigten sich zu Mittag ohne klare Richtung. Für Verunsicherung sorgt zum Wochenstart weiter die Lage im Nahen Osten.
Unter Druck kamen nach Meldung einer Übernahme in Rumänien die Aktien der RBI und verloren 2,7 Prozent. Die Bank hat in der Nacht auf Samstag bekannt gegeben, dass sie die rumänischen Geschäftsbereiche der BBVA-Tochter Garanti für 591 Mio. Euro übernehmen werde. Die Analysten der Erste Group werteten die Übernahme in einer ersten Reaktion positiv. Der Kauf passe gut in die Gesamtstrategie der RBI und verringere zudem den relativen Anteil des Russlands-Geschäfts, so das Fazit der Experten.
Sehr schwach zeigten sich im ATX auch Lenzing-Aktien und büßten 3,0 Prozent ein. Unter den weiteren Verlierern fanden sich voestalpine mit einem Minus von 2,5 Prozent. Titel des Anlagenbauers Andritz lagen bedingt durch ihren Dividendenabschlag 4,1 Prozent im Minus.
Gut gesucht waren im ATX die beiden Aktien aus der Ölbranche. Titel des Energiekonzerns OMV legten 1,9 Prozent zu, Aktien des Ölfeldausrüsters SBO stiegen um 3,6 Prozent. Auch an anderen Börsen in Europa fanden sich Ölwerte angesichts des anhaltenden Höhenflugs der Rohölpreise unter den größten Gewinnern. Der Preis für ein Fass der Referenzölsorte Brent stieg angesichts der Unsicherheiten rund um den Iran-Krieg zuletzt zeitweise auf bis zu 119 Dollar je Fass, kam dann aber wieder etwas zurück. Die Ölpreise gelten derzeit als Gradmesser der Konjunktur- und Inflationsängste an den Märkten.
Mit Spannung erwartet werden an den Börsen angesichts der kursierenden Inflationssorgen auch die zum Wochenstart anstehenden Daten zur Preisentwicklung in Deutschland und der Eurozone. In Deutschland wurden im Vormittagsverlauf bereits Zahlen aus einzelnen Bundesländern veröffentlicht. Die durch den Iran-Krieg stark gestiegenen Ölpreise schlagen hier schon deutlich auf die Verbraucherpreise durch. Um 14 Uhr werden dann die gesamtdeutschen Zahlen veröffentlicht. Die Analysten der Helaba erwarten angesichts der jüngsten Benzinpreisanstiege einen Sprung der Inflationsrate in Richtung 3 Prozent. Am Dienstag stehen dann Inflationsdaten für die Eurozone an.
Die mit den Inflationsanstiegen verbundenen Ängste vor gegensteuernden Zinserhöhungen der EZB wurden zuletzt aber von mehreren EZB-Vertretern gedämpft. Das französische EZB-Ratsmitglied François Villeroy de Galhau hat die Spekulation auf eine schnelle Zinserhöhung wegen des Ölpreisschocks in einem Interview als verfrüht bezeichnet. Neben Villeroy de Galhau hat sich auch EZB-Direktorin Isabel Schnabel zuletzt eher zurückhaltend zur Möglichkeit einer schnellen Zinserhöhung gezeigt.
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