Wiener Börse (Mittag) - ATX verliert 2,1 Prozent, Iran-Krieg im Fokus / Verlängertes US-Ultimatum für den Iran brachte nicht die erhoffte Börsenerholung - CA Immo nach Zahlen 2,3 Prozent im Minus
Die Wiener Börse hat am Freitag ihre Verluste bis zu Mittag weiter ausgeweitet. Der ATX hielt zuletzt mit einem Minus von 2,06 Prozent bei 5.256,34 Punkten. Der breiter gefasste ATX Prime büßte 2,1 Prozent auf 2.609,38 Zähler ein. Auch an anderen Börsen in Europa ging es deutlich nach unten.
Aus der wegen des verlängerten Ultimatums der USA für den Iran zunächst erwarteten Börsenerholung wurde nichts. Gradmesser für die Stimmung am Markt bleibt der Ölpreis. Und der hält sich - gemessen an der Nordseesorte Brent - mit derzeit rund 109 US-Dollar immer noch deutlich über der Marke von 100 Dollar. Die hohen Ölpreise schüren auch weiter Ängste vor hoher Inflation und damit höheren Zinsen.
Im Fokus standen zum Wochenschluss mit größeren Kursbewegungen einige Bau- und Immobilienwerte. Deutlich nach unten ging es nach der Vorlage von Zahlen mit den Aktien der CA Immo. Die Titel des Immokonzerns büßten zeitweise über 5 Prozent ein, konnten ihr Minus zuletzt aber auf 2,3 Prozent eingrenzen. Die CA Immo hatte am Vorabend die Rückkehr in die Gewinnzone gemeldet. Unterm Strich erwirtschaftete sie einen Konzerngewinn von 184,4 Mio. Euro, im Jahr davor stand noch ein Verlust von 66,3 Mio. Euro zu Buche.
Die Analysten der Erste Group stuften die Zahlen in einer ersten Reaktion als "neutral" für den Aktienkurs ein. Niedriger als erwartet war der gemeldete Dividendenvorschlag ausgefallen. Insgesamt dürften allgemeine Markttrends und insbesondere Konjunktursorgen und Ängste vor steigenden Zinsen einen größeren Einfluss auf den CA Immo-Kurs haben als die Ergebnisse, schreiben die Analysten.
Porr-Aktien fielen im Frühhandel nach zwei neuen Analysteneinstufungen um 3,0 Prozent auf 33,50 Euro. Die Analysten der Erste Group haben ihr Anlagevotum für die Porr-Aktien von "Buy" auf "Accumulate" hinunter gesetzt. Das Kursziel wurde hingegen nach den Viertquartalszahlen von 34,5 auf 39,5 Euro nach oben revidiert. Die Analysten von Warburg Research haben ihre Empfehlung für die Aktien hingegen von "Hold" auf "Buy" hochgestuft. Ihr Kursziel wurde bei 43,00 Euro belassen.
Aktien der UBM konnten nach Vorlage von Zahlen zeitweise zulegen, fielen zuletzt aber um 0,6 Prozent ins Minus. Der Wiener Immobilienentwickler hat seinen Verlust im Vorjahr deutlich eingedämmt, das Ergebnis vor Steuern schaffte wieder den Sprung in die Gewinnzone. Unterm Strich blieb ein Minus von 2,3 Mio. Euro stehen, nach einem Verlust von 29,6 Mio. Euro im Jahr 2024. Vor Steuern verbesserte sich das Ergebnis von minus 23,2 Mio. Euro auf plus 3,9 Mio. Euro.
Insgesamt gab es im ATX am Freitagvormittag fast nur Verlierer. Die größten Verlierer im Index waren AT&S mit einem Minus von 4,4 Prozent. Besonders schwach zeigten sich auch die Bankwerte Erste Group und RBI mit Abgaben von 3,0 bzw. 3,3 Prozent. Die einzigen Gewinner waren Lenzing mit einem knappen Plus von 0,2 Prozent.
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ISIN AT0000999982