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ROUNDUP: Jungheinrich trotz Konjunkturschwäche zuversichtlich - Aktie gibt nach

Der Gabelstapler-Hersteller Jungheinrich hat im vergangenen Jahr trotz des schwachen wirtschaftlichen Umfelds Auftragseingang und Umsatz gesteigert, operativ aber wegen Sondereffekten deutlich weniger verdient. Für das laufende Jahr zeigt sich das Management zuversichtlich. So wird der Auftragseingang bei 5,4 bis 6,0 Milliarden Euro gesehen, wie das Unternehmen am Freitag in Hamburg mitteilte. Voraussetzung sei jedoch, dass sich die geopolitischen Rahmenbedingungen nicht verändern und die Lieferketten stabil bleiben.

Der Umsatz dürfte zwischen 5,2 bis 5,8 Milliarden Euro liegen und damit im schlechtesten Fall etwas unter dem Vorjahr. Vor Zinsen und Steuern (Ebit) sollen im laufenden Jahr 380 bis 450 Millionen Euro operativer Gewinn bleiben, was im Rahmen der Erwartungen von Analysten liegt.

An der Börse notierte die Aktie zuletzt 6,7 Prozent im Minus bei 26,30 Euro. Die Titel von Jungheinrich befinden sich bereits seit den Tagen vor Beginn des Iran-Kriegs auf Abwärtskurs. Nach mehrmaligem erfolglosen Test der Charthürde um 38 Euro hatten sie bis zum Montag fast ein Drittel verloren, bevor sie sich zuletzt etwas fingen. Nach ihrem neuerlich Rückschlag notieren die Papiere am Freitag aber wieder 30 Prozent unter ihrem Ende Januar erreichten Jahreshoch bei 38,16 Euro.

Für Philippe Lorrain vom US-Analysehaus Bernstein hat Jungheinrich bei den Auftragseingängen und beim operativen Ergebnis (Ebit) die Erwartungen verfehlt. Die Ebit-Zielspanne für das Jahr 2026 liege derweil im Mittelwert etwas über dem Analystenkonsens.

Für Lucas Ferhani von Jefferies deuteten die Auftragseingänge auf eine anhaltend schwache Entwicklung in Europa hin. Der Ausblick auf das laufende Jahr klinge robust vor dem Hintergrund der geopolitischen Unsicherheiten.

2025 stieg der Auftragseingang um 1,4 Prozent auf 5,4 Milliarden Euro. Der Umsatz erhöhte sich um 2,0 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (Ebit) lag mit 228 Millionen Euro deutlich unter dem Vorjahreswert von 434 Millionen Euro. Grund dafür waren Sondereffekte in Höhe von 220 Millionen Euro, vor allem wegen der Veräußerung der russischen Tochtergesellschaft und der Umsetzung eines Sparprogramms. Analysten hatten operativ mit etwas mehr gerechnet. Bereinigt um die Einmaleffekte lag das operative Ergebnis bei 448 Millionen Euro.

Jungheinrich hatte Anfang Dezember seinen Ausblick für 2025 wegen der Verschiebung des Verkaufs der Tochter "Lift Truck OOO" an einen russischen Finanzinvestor angepasst. Durch die Verschiebung des Vollzuges würden Veräußerungseffekte, die das Ergebnis in Höhe von rund 30 Millionen Euro negativ beeinflussen, nunmehr im Jahr 2026 erwartet, hieß es vom Unternehmen. Mitte Februar hat Jungheinrich den Verkauf schließlich abgeschlossen.

Unterm Strich sank der auf die Aktionäre entfallende Gewinn von 289 Millionen im Vorjahr auf 103,6 Millionen Euro. Je Vorzugsaktie will Jungheinrich 0,29 Euro Dividende zahlen und damit 51 Cent weniger als für 2024.

Jungheinrich hatten sich als Reaktion auf eine schwächere Entwicklung Mitte 2025 ein Sparprogramm verordnet. Produktion, Management und Verwaltung sollten optimiert, Stellen sowohl abgebaut als auch verlagert werden. Insgesamt seien davon 1.000 Arbeitsplätze betroffen, hieß es. Durch die Maßnahmen sollen die Kosten des Unternehmens mittelfristig um rund 100 Millionen Euro pro Jahr sinken./err/jkr/stk

 ISIN  DE0006219934

AXC0158 2026-03-27/12:04

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