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Pistorius bestätigt Umleitung von Waffen in Nahen Osten nicht

Verteidigungsminister Boris Pistorius hat sich vorsichtig zu Berichten über eine Umleitung von US-Waffen aus der geplanten Ukraine-Hilfe in den Nahen Osten geäußert. Für die deutsche Beteiligung an dem sogenannten Purl-Programm könne er das nicht bestätigen, sagte der SPD-Politiker bei einem Besuch in einem australischen Werk des deutschen Rüstungskonzerns Rheinmetall nahe Brisbane.

Über Purl finanzieren europäische Nato-Staaten und Kanada US-Rüstungsgüter für die Ukraine, weil die USA ihre finanzielle Unterstützung drastisch heruntergefahren haben.

Die "Washington Post" hatte unter Berufung auf mehrere nicht genannte Quellen berichtet, das Pentagon prüfe, ob Waffen, die eigentlich für die Ukraine bestimmt sind, in den Nahen Osten umgeleitet werden sollten, da der Krieg mit dem Iran Munitionsbestände des US-Militärs aufzehre.

Angesprochen auf Konsequenzen auch für künftige Munitionslieferungen an Deutschland sagte Pistorius: "Wir tun bereits alles, um schneller auf eigenen Beinen zu stehen. Wir beschaffen schneller als jemals zuvor." Nun komme es darauf an, mit der Industrie einen Weg finden, dass geliefert werde.

Pistorius besuchte auch einen australischen Fliegerhost, um das unbemannte Kampfflugzeug Boeing MQ-28 Ghost Bat in Augenschein zu nehmen. Es ist möglicher Kandidat auch für eine Ausrüstung der Deutschen Luftwaffe. Am Rande des Besuchs wurde eine Absichtserklärung mit dem deutschen Rüstungsunternehmen TDW unterzeichnet, das auf die Produktion von Gefechtsköpfen spezialisiert ist und in Australien produzieren will./cn/DP/zb

 ISIN  DE0007030009  US0970231058

AXC0028 2026-03-27/06:10

Relevante Links: Rheinmetall AG, Boeing Company

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