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FACC profitierte 2025 von Effizienzsteigerungsprogramm / Umsatz um 11,3 Prozent auf Rekordmarke von 984,4 Mio. Euro gesteigert - Operativer Gewinn (EBIT) klettert um 49,4 Prozent auf 42,3 Mio. Euro - Unter dem Strich blieben 21,2 Mio. Euro Gewinn

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Der oberösterreichische Luftfahrtzulieferer FACC hat im Geschäftsjahr 2025 von der wachsenden Luftfahrtbranche und dem eigenen Sparprogramm profitiert. Das im ATX Prime der Wiener Börse notierte Unternehmen erzielte einen Rekordumsatz von 984,4 Mio. Euro mit einer Steigerung von 11,3 Prozent. Das operative Ergebnis (EBIT) kletterte um 49,4 Prozent auf 42,3 Mio. Euro, bestätigte das Unternehmen am Mittwoch die vorläufigen Zahlen.

Nach Steuern blieb ein Gewinn von 21,2 Mio. Euro. Die freie Liquidität (Free Cashflow) erhöhte sich auf 59,1 Mio. Euro, was einer Versiebenfachung im Jahresvergleich entspricht. Wesentlicher Treiber der positiven Entwicklung sei das 2024 gestartete Effizienzsteigerungsprogramm der FACC. Konkret habe das Unternehmen "100 Millionen Euro mehr Umsatz mit der gleichen Belegschaft" gemacht, sagte FACC-CEO Robert Machtlinger bei der Präsentation der Jahresbilanz. Positive Effekte hätten sich auch durch das Hochlaufen des 2024 ausgebauten Werks in Kroatien ergeben. "Das Werk tut genau das, was wir geplant haben, nämlich Kosten einsparen", so der FACC-Chef.

Österreich setzte sich als Standort durch

Der Luftfahrtzulieferer will in den nächsten fünf Jahren weltweit 350 Mio. Euro investieren, ein großer Brocken davon, nämlich 120 Mio. Euro, fließt in die Errichtung eines neuen Werkes am Standort in Oberösterreich. "Wenn Sie mich vor einem Jahr gefragt haben, ob die FACC ein 100-Millionen-plus Investment in Österreich machen würde, meine Antwort wäre 'nein' gewesen", sagte Machtlinger. Der Standort stehe unter Druck. Dennoch habe sich Österreich im Vergleich zu anderen Standorten in der langfristigen Betrachtung durchgesetzt.

Ausschlaggebend war zum einen die bestehende Infrastruktur am oberösterreichischen Standort, Machtlinger nannte etwa die Labor- und Testanlagen sowie die verfügbaren Kapazitäten bei Autoklaven und in der Verarbeitung, beides hätte an einem anderen Standort dupliziert werden müssen, was Mehrkosten von rund 80 Mio. Euro bedeutet hätte. Vorteilhaft in Österreich sei zum anderen die Nähe zu Forschungseinrichtungen und Universitäten und die Verfügbarkeit von Fachkräften. Auch mit Blick auf die Personalkosten dürfte Österreich langfristig nicht schlechter abschneiden als andere Standorte, an denen die Kosten aktuell niedriger sind: "Wenn Europa nicht alles falsch macht, wird sich die Schere schließen", sagte der FACC-Chef.

FACC will unabhängiger von Airbus werden

Die EBIT-Marge verbesserte sich von 3,2 auf 4,3 Prozent, trotz anhaltender Verwerfungen in den internationalen Lieferketten und hoher Personal- und Energiekosten am Standort Österreich. Alle Divisionen des Konzerns - Aerostructures, Engines & Nacelles sowie Cabin Interiors - wiesen ein positives Ergebnis auf. Der größte Umsatzanteil entfiel mit 37 Prozent auf die Airbus A320-Flugzeugfamilie, gefolgt vom Segment Business Jets mit den Herstellern Bombardier und Embraer. "Wir sind nach wie vor sehr stark Airbus-lastig", sagte FACC-Finanzchef Florian Heindl, insgesamt generiere das Unternehmen etwa 50 Prozent seines Umsatzes mit dem europäischen Flugzeugbauer. Der US-amerikanische Konkurrent Boeing habe sich 2025 wieder etwas erholt, womit sich auch die FACC wieder etwas unabhängiger von Airbus machen will. Für 2025 will der Vorstand eine Dividende von 0,10 Euro pro Aktie vorschlagen.

Die Auswirkungen des Iran-Krieges seien für die Luftfahrtbranche noch schwer einschätzbar, unter den heutigen Voraussetzungen sieht die FACC aber verhältnismäßig geringe negative Folgen. Das Unternehmen sei bei der Energie- und Materialbeschaffung widerstandsfähig aufgestellt, eine Abkühlung der Weltwirtschaft und höhere Energiepreise könnten dennoch Risiken bergen.

Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet das FACC-Management ein weiteres Umsatzwachstum von 5 bis 15 Prozent. "Im Worst Case wachsen wir einstellig, wenn sich die Themen, die wir derzeit täglich beobachten, schneller wieder einrenken, werden wir zweistellig wachsen", sagte Machtlinger. Auch die Profitabilität soll sich weiter verbessern, der Vorstand erwartet für 2026 weitere positive Effekte aus dem Effizienzsteigerungsprogramm des Unternehmens.

cgh/rst

 ISIN  AT00000FACC2
 WEB   http://www.facc.at

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