, APA/dpa-AFX

Wiener Börse (Nachmittag) - Leitindex ATX verliert 0,59 Prozent / Ungewissheit über den Irankrieg sorgt für gespannte Lage - OeNB: Krieg im Nahen Osten drückt Österreichs Wirtschaftswachstum auf 0,5 Prozent

Die Lage im Irankrieg bleibt undurchsichtig. Die weltwirtschaftlichen Störgeräusche lassen die Finanzmärkte nicht los. Die Wiener Börse bewegte sich am Nachmittag mit Abschlägen. Der Leitindex ATX fiel um 0,59 Prozent auf 5.230 Punkte. Der ATX Prime verlor 0,55 Prozent auf 2.599 Zähler. Europas wichtigste Börsen zeigten sich mehrheitlich mit Verlusten.

Mittlerweile gehen die Kämpfe in Nahost weiter, und am Markt werden hinter die jüngsten Aussagen des US-Präsidenten wieder zunehmend Fragezeichen gesetzt. Donald Trump hatte am Vortag ein Ultimatum an den Iran verschoben und von "produktiven" Gesprächen mit dem Kriegsgegner gesprochen. Der Iran dagegen dementierte Verhandlungen zur Beendigung des Krieges.

Der Iran-Krieg und die damit steigenden Energie-Rohstoffpreise trüben die Aussichten für das heimische Wirtschaftswachstum. Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) erwartet für das laufende Jahr nun ein Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent, vor Weihnachten lag die Prognose noch bei 0,8 Prozent. Auch die Inflation dürfte heuer höher ausfallen als ursprünglich gedacht: Die Inflationsprognose (HVPI) der OeNB lautet nun auf 2,7 Prozent, davor waren es 2,4 Prozent.

Der Krieg und seine Auswirkungen seien sehr ernst, sagte OeNB-Gouverneur Martin Kocher am Dienstag zum Iran-Krieg. "Gleichzeitig ist es aber nicht angebracht, in Panik zu verfallen." Die positive Wachstumsdynamik vom Jahresbeginn - vor Ausbruch des Krieges - sollte nur temporär gedämpft werden, schreibt die OeNB am Dienstag in ihrer Aussendung.

Mittlerweile hat sich auch die Stimmung in den Unternehmen der Eurozone im März wegen der Folgen des Iran-Kriegs verschlechtert. Bei der Umfrage unter Einkaufsmanagern konnte erstmals der Ausbruch des Kriegs im Nahen Osten mit einem starken Anstieg von Energiepreisen voll berücksichtigt werden. Der von S&P Global ermittelte Einkaufsmanagerindex fiel um 1,4 Punkte auf 50,5 Punkte, wie S&P am Dienstag in London nach einer ersten Schätzung mitteilte.

In Österreich legten Strabag leichte 0,12 Prozent zu. Der österreichische Baukonzern hat einen Großauftrag über seine slowenische Tochter Strabag d.o.o. in einem Konsortium erhalten. Der Auftragswert beträgt 194 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Dienstag in einer Aussendung mitteilte. Der Strabag-Anteil daran wird mit 60 Prozent beziffert. Gebaut wird ein Verbindungsstück der Schnellstraße Velenje-Koroška (Los A - Velenje) inklusive zugehöriger Infrastruktur.

Analysten der Berenberg Bank haben das Kursziel für den Ölfeldausrüster SBO von 31,0 auf 32,0 Euro hinaufgesetzt. Das Votum "Hold" wurde beibehalten. SBO veröffentlichte am 19. März die Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2025, die im Großen und Ganzen den vorläufigen Ergebnissen entsprachen, sowie eine vorgeschlagene Dividende von 0,75 Euro je Aktie, hieß es in der aktuellen Studie. SBO notierten zu Mittag mit minus 3,1 Prozent bei 33,40 Euro.

Baader Bank-Experten haben heute ihre Einschätzung für Semperit bestätigt und das Kursziel bei 17,50 Euro belassen. Ebenso blieb das Votum "Buy" aufrecht. Die Experten begründen das damit, dass Semperit selbst dank schlankerer Strukturen, Kostendisziplin und Innovationskraft bei einer nur moderaten Markterholung ein überproportionales Wachstumspotenzial erwartet. Semperit bauten bisher 0,27 Prozent auf 14,84 Einheiten ab.

Austriacard Holding hatte gestern nach Börseschluss Zahlen vorgelegt. Das Unternehmen hatte bekannt gegeben, 2025 weniger verdient zu haben. Die Umsatzerlöse sanken um 8,2 Prozent auf 360,2 Mio. Euro, der Gewinn nach Steuern ging um 15,6 Prozent auf 16,2 Mio. Euro zurück, teilte das Unternehmen mit. Das Management schlägt eine Dividende von 0,10 Euro je Aktie vor. Austriacard Holding wurden heute noch nicht gehandelt.

Bisher sind AT&S im ATX Prime-Segment mit minus 6,0 Prozent die größten Verlierer. Auch die schwergewichteten Banken fanden sich im Minus: Raiffeisen Bank International (RBI) lagen bei minus 1,8, Erste minus 1,3 und BAWAG bei minus 1,2 Prozent. Flughafen Wien baute als Topwert 1,6 Prozent auf.

moe/spa

 ISIN  AT0000999982
Copyright APA/dpa-AFX. Alle Rechte vorbehalten. Weiterverbreitung, Wiederveröffentlichung oder dauerhafte Speicherung ohne ausdrückliche vorherige Zustimmung von APA/dpa-AFX ist nicht gestattet.