Wiener Börse (Mittag) - ATX zu Mittag leicht im Minus / Irankrieg bleibt der Stimmungskiller - OeNB erwartet eine mageres Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent
Der Irankrieg mit all seinen weltwirtschaftlichen Störgeräuschen lässt die Finanzmärkte nicht los. Die Wiener Börse bewegte sich bis Mittag mit leichten Anschlägen. Der Leitindex ATX fiel im Verlauf um 0,16 Prozent auf 5.252 Punkte. Der ATX Prime verlor 0,17 Prozent auf 2.609 Zähler. Europas wichtigste Börsen zeigten sich weiter uneinheitlich.
Verunsicherung beherrschte erneut das Geschehen an den Finanzmärkten, jedoch soll es Gespräche zwischen den USA und dem Iran zur Beendigung des Krieges gegeben haben. Der Iran dementierte jedoch jegliche Gespräche. Heute wurde bereits wieder ein iranischer Raketenangriff auf Tel Aviv gemeldet.
Der Iran-Krieg und die damit steigenden Energie-Rohstoffpreise trüben die Aussichten für das heimische Wirtschaftswachstum. Die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) erwartet für das laufende Jahr nun ein Wirtschaftswachstum von 0,5 Prozent, vor Weihnachten lag die Prognose noch bei 0,8 Prozent. Auch die Inflation dürfte heuer höher ausfallen als ursprünglich gedacht: Die Inflationsprognose (HVPI) der OeNB lautet nun auf 2,7 Prozent, davor waren es 2,4 Prozent.
Der Krieg und seine Auswirkungen seien sehr ernst, sagte OeNB-Gouverneur Martin Kocher am Dienstag zum Iran-Krieg. "Gleichzeitig ist es aber nicht angebracht, in Panik zu verfallen." Die positive Wachstumsdynamik vom Jahresbeginn - vor Ausbruch des Krieges - sollte nur temporär gedämpft werden, schreibt die OeNB am Dienstag in ihrer Aussendung.
Mittlerweile hat sich auch die Stimmung in den Unternehmen der Eurozone im März wegen der Folgen des Iran-Kriegs verschlechtert. Bei der Umfrage unter Einkaufsmanagern konnte erstmals der Ausbruch des Kriegs im Nahen Osten mit einem starken Anstieg von Energiepreisen voll berücksichtigt werden. Der von S&P Global ermittelte Einkaufsmanagerindex fiel um 1,4 Punkte auf 50,5 Punkte, wie S&P am Dienstag in London nach einer ersten Schätzung mitteilte.
In Österreich richtete sich der Blick unternehmensseitig auf die Austriacard Holding, die gestern nach Börsenschluss Zahlen vorgelegt hat. Das Unternehmen hatte bekannt gegeben, 2025 weniger verdient zu haben. Die Umsatzerlöse sanken um 8,2 Prozent auf 360,2 Mio. Euro, der Gewinn nach Steuern ging um 15,6 Prozent auf 16,2 Mio. Euro zurück, teilte das Unternehmen mit. Das Management schlägt eine Dividende von 0,10 Euro je Aktie vor. Austriacard Holding wurden heute noch nicht gehandelt.
Strabag legten leichte 0,35 Prozent zu. Der österreichische Baukonzern hat einen Großauftrag über seine slowenische Tochter Strabag d.o.o. in einem Konsortium erhalten. Der Auftragswert beträgt 194 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Dienstag in einer Aussendung mitteilte. Der Strabag-Anteil daran wird mit 60 Prozent beziffert. Gebaut wird ein Verbindungsstück der Schnellstraße Velenje-Koroška (Los A - Velenje) inklusive zugehöriger Infrastruktur.
Analysten der Berenberg Bank haben das Kursziel für den Ölfeldausrüster SBO von 31,0 auf 32,0 Euro hinaufgesetzt. Das Votum "Hold" wurde beibehalten. SBO veröffentlichte am 19. März die Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2025, die im Großen und Ganzen den vorläufigen Ergebnissen entsprachen, sowie eine vorgeschlagene Dividende von 0,75 Euro je Aktie, hieß es in der aktuellen Studie. SBO notierten zu Mittag mit minus 3,9 Prozent bei 33,10 Euro.
Analysten der Baader Bank haben heute ihre Einschätzung für Semperit bestätigt und das Kursziel bei 17,50 Euro belassen. Ebenso blieb das Votum "Buy" aufrecht. Die Experten begründen das damit, dass Semperit selbst dank schlankerer Strukturen, Kostendisziplin und Innovationskraft bei einer nur moderaten Markterholung ein überproportionales Wachstumspotenzial erwartet. Semperit bauten bisher 0,27 Prozent auf 14,84 Einheiten ab.
Bisher sind AT&S im ATX Prime-Segment mit minus 6,4 Prozent die größten Verlierer. Auch die schwergewichteten Banken fanden sich im Minus: Raiffeisen Bank International (RBI) lagen bei minus 0,4, Erste ebenfalls minus 0,4 und BAWAG bei minus 0,2 Prozent.
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