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Aktien Wien Schluss: Iran-Sorgen drücken ATX auf Jahrestief

Neue Nahost-Sorgen haben den ATX am Freitag auf ein Jahrestief gedrückt. Nach einem frühen Erholungsversuch sorgten offenbar die US-Medienberichte für Unruhe, wonach die USA neue Truppen in die Region entsenden. Dass kein nahes Ende absehbar ist, nährt Sorgen vor längerfristig steigenden Energiepreisen und zunehmendem Inflationsdruck. Die Anleiherenditen stiegen darauf europaweit deutlich an, was die Aktienkurse zusätzlich belastete.

Schlussendlich ging der ATX um 1,30 Prozent tiefer bei 5.194,82 Punkten aus dem Geschäft. Das war der tiefste Stand seit Ende Dezember. In gleicher Höhe fällt auch der Wochenverlust aus; seit Beginn des Krieges im Nahen Osten beläuft sich das Minus für den Leitindex auf 8,9 Prozent. Für den ATX Prime ging es am Freitag um 1,26 Prozent auf 2.581,33 Zähler hinab.

Noch stärkere Abgaben wurden teilweise im europäischen Umfeld verbucht. Der Euro gab gegenüber dem US-Dollar nach, während die Renditen europäischer Staatsanleihen deutlich anzogen. An den Energiemärkten kam es zwar nur zu vergleichsweise moderaten Preisanstiegen, die Öl- und Gasnotierungen halten sich aber auf erhöhtem Niveau.

Geprägt wurde das Marktgeschehen weiterhin von Schlagzeilen zum Iran-Krieg, in dem kein Ende absehbar ist. US-Medienberichten zufolge senden die USA weitere Truppen in den Nahen Osten. Erwägt werde auch eine Besetzung oder Blockade der Golf-Insel Kharg, einer iranischen Ölexport-Drehscheibe.

Vor diesem Hintergrund folgten die Investoren wohl auch dem zuletzt zu beobachtenden Muster und reduzierten vor dem Wochenende Risiken, um sich gegen mögliche negative Entwicklungen an den handelsfreien Tagen abzusichern. Marktbeobachter verwiesen zudem auf den heutigen großen Verfalltag, an dem mit zusätzlichen Kursschwankungen zu rechnen war. An diesem laufen an den Terminbörsen Futures und Optionen auf Aktien und Aktienindizes aus.

Die Verluste zogen sich am Wiener Aktienmarkt quer durch die Branchen. Für OMV-Titel ging es weitere 0,6 Prozent hinab. Bereits am Donnerstag war die Nachricht über den auf 2027 verschobenen Börsengang der Borouge Group International (BGI), dem Chemie-Joint-Venture mit der ADNOC, negativ aufgenommen worden. Im Zuge der Entscheidung war auch die geplante Ausschüttung der BGI an die OMV gekürzt worden - was wiederum einen negativen Effekt auf die Dividende der OMV für 2026 haben wird. Zudem nähre der Aufschub bestehende Sorgen der Investoren über die Verschuldung der BGI, hieß es von Analystenseite.

Ein Lichtblick waren dagegen die Lenzing-Aktien mit plus sechs Prozent. Jedoch hatten die Titel bereits am Donnerstag im Zuge schlecht aufgenommener Jahreszahlen einen mehrjährigen Tiefststand erreicht.

Auch SBO erholten sich um 2,3 Prozent auf 35,20 Euro. Die Papiere des Ölfeldausrüsters waren am Vortag nach Zahlen zeitweise stark unter Druck geraten. Alexander Zienkowicz vom Analysehaus MWB Research sieht die Schwäche im abgelaufenen Jahr jedoch durch zyklische Faktoren begründet und nicht durch einen strukturellen Nachfragerückgang. Er hob sein Kursziel von 37 auf 39 Euro an und empfiehlt die Aktien weiter zum Kauf.

Palfinger stiegen um 3,7 Prozent auf 35,35 Euro. Berenberg-Analyst Lasse Stueben bestätigte zwar seine Kaufempfehlung, schraubte aber das Kursziel von 45,00 auf 42,00 Euro zurück. Er sieht den Kranhersteller weiter als Profiteur staatlicher Infrastrukturausgaben, wurde aber wegen des enttäuschenden Auftragseingangs vorsichtiger mit Blick auf die Margenentwicklung./spa/ste/APA/stk

 ISIN  AT0000999982

AXC0231 2026-03-20/18:29

Relevante Links: OMV AG, PALFINGER AG

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