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Wiener Börse (Nachmittag) - ATX um 0,5 Prozent erholt / Nahost-Schlagzeilen dominieren Marktgeschehen - Banken, Industriewerte erholt, OMV geben dagegen weiter nach

Am Wiener Aktienmarkt hat es vor dem Wochenende noch einmal eine Erholungsbewegung gegeben. Der ATX stieg am Freitagnachmittag um 0,47 Prozent auf 5.287,70 Punkte. In gleicher Höhe fällt auch der Wochengewinn aus, trotz des satten Vortagesverlusts von drei Prozent. Seit Beginn des Krieges im Nahen Osten beläuft sich das Minus für den ATX jedoch auf 7,3 Prozent. Für den ATX Prime ging es am Freitag um 0,25 Prozent auf 2.624,60 Zähler hinauf.

Das europäische Umfeld tendierte nach einem anfänglichen Erholungsversuch im Verlauf richtungslos. Geprägt wird das Marktgeschehen weiterhin von Schlagzeilen zum Irankrieg, während sich die Situation am Energiemarkt nach den zuletzt starken Preisanstiegen wieder etwas entspannte.

Entwarnung ist aber nicht angebracht, zumal Investoren dem zuletzt zu beobachtenden Muster folgen könnten und vor dem Wochenende Risiken reduzieren, um sich gegen mögliche negative Entwicklungen abzusichern. Marktbeobachter verwiesen zudem auf den großen Verfalltag, an dem mit zusätzlichen Kursschwankungen zu rechnen sei. An diesem Freitag laufen an den Terminbörsen Futures und Optionen auf Aktien und Aktienindizes aus.

Unterstützung erhielt der ATX von den schwer gewichteten Bankwerten. Erste Group und BAWAG stiegen um ein bzw. 1,6 Prozent. Die Industriewerte Wienerberger und voestalpine, die seit Kriegsbeginn im Nahen Osten besonders stark unter die Räder gekommen waren, tendierten 0,4 respektive 1,2 Prozent fester. Mit Abstand größte Gewinner im Leitindex waren aber die Lenzing-Aktien mit plus 7,3 Prozent. Die Titel hatten am Donnerstag im Zuge schlecht aufgenommener Jahreszahlen einen mehrjährigen Tiefststand erreicht.

Für OMV-Titel ging es dagegen weitere 1,2 Prozent hinab. Bereits am Donnerstag war die Nachricht über den auf 2027 verschobenen Börsengang der Borouge Group International (BGI), dem Chemie-Joint-Venture mit der ADNOC, negativ aufgenommen worden. Im Zuge der Entscheidung war auch die geplante Ausschüttung der BGI an die OMV gekürzt worden - was wiederum einen negativen Effekt auf die Dividende der OMV für 2026 haben wird. Zudem nähre der Aufschub bestehende Sorgen der Investoren über die Verschuldung der BGI, hieß es von Analystenseite.

SBO erholten sich um 3,1 Prozent auf 35,45 Euro. Die Papiere des Ölfeldausrüsters waren am Vortag nach Zahlen zeitweise stark unter Druck geraten. Alexander Zienkowicz vom Analysehaus MWB Research sieht die Schwäche im abgelaufenen Jahr jedoch durch zyklische Faktoren begründet und nicht durch einen strukturellen Nachfragerückgang. Er hob sein Kursziel von 37 auf 39 Euro an und empfiehlt die Aktien weiter zum Kauf.

Palfinger stiegen um 0,4 Prozent auf 34,25 Euro. Berenberg-Analyst Lasse Stueben bestätigte zwar seine Kaufempfehlung, schraubte aber das Kursziel von 45,00 auf 42,00 Euro zurück. Er sieht den Kranhersteller weiter als Profiteur staatlicher Infrastrukturausgaben, wurde aber wegen des enttäuschenden Auftragseingangs vorsichtiger mit Blick auf die Margenentwicklung.

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