ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax mit Erholungsversuch nach Elfmonatstief
Nach dem Vortagesabsturz hat der deutsche
Aktienmarkt am Freitag dank vager Hoffnungen auf ein schnelleres
Ende des Nahost-Krieges zugelegt. Allerdings könnte es - je nach
Nachrichtenlage in Nahost - erneut zu größeren Kursschwankungen
kommen, wozu auch der sogenannte große Verfalltag beitragen könnte.
An diesem Freitag laufen an den Termin- und Derivatebörsen Futures
und Optionen auf Aktienindizes aus.
Der Dax stieg im frühen Handel um 1,2 Prozent auf
23.105 Punkte. Damit deutet sich für den deutschen Leitindex ein
Wochenverlust von rund anderthalb Prozent an. Seit Beginn des
Iran-Krieges Ende Februar beläuft sich das Dax-Minus auf knapp neun
Prozent. Der MDax der mittelgroßen Werte gewann am
Freitagvormittag 1,6 Prozent auf 28.874 Zähler. Der
Eurozonen-Leitindex EuroStoxx legte um rund 1,1
Prozent zu.
Am Donnerstag war der Dax auf das tiefste Niveau seit April 2025
eingebrochen, nachdem der Ölpreis von einer weiteren Eskalation in
Nahost bis auf über 119 Dollar angetrieben worden war und für
Konjunktur- und Inflationssorgen gesorgt hatte. Inzwischen hat sich
die Lage am Öl- und Gasmarkt aber wieder entspannt. Ein Barrel der
Nordseesorte Brent kostet aktuell mit 108 Dollar wieder deutlich
weniger.
Zur Entspannung der Börsenlage tragen Aussagen des israelischen
Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu bei, die Hoffnung auf ein nun
doch rascheres Kriegsende als befürchtet machen. Netanjahu sagte
laut "Times of Israel": "Der Iran ist schwächer denn je." Das Land
könne kein Uran mehr anreichern und auch keine ballistischen Raketen
mehr herstellen. Die Angriffe auf die Islamische Republik würden
dennoch weitergehen, "so lange dies notwendig ist".
Unter den Einzelwerten stehen Elmos nach
Übernahmespekulationen mit einem Kursplus von 8,3 Prozent im
Anlegerfokus. Am Vorabend hatte die Nachrichtenagentur Reuters
berichtet, dass Elmos die Investmentbank Morgan Stanley mit der
Suche nach einem potenziellen Käufer beauftragt hat. Das Unternehmen
führe erste Gespräche mit möglichen Interessenten, darunter weltweit
tätige Halbleiterunternehmen. Elmos und Morgan Stanley wollten die
Informationen nicht kommentieren. Elmos ist an der Börse rund 2,5
Milliarden Euro wert.
Der Schmierstoffhersteller Fuchs verdiente im
vergangenen Jahr in etwa so viel wie im Vorjahr. Analysten hatten
allerdings mit einem leichten Ergebnisrückgang gerechnet. Der Umsatz
wuchs um ein Prozent. Die Dividende je Vorzugsaktie soll um sechs
Cent auf 1,23 Euro steigen. Im laufenden Jahr rechnen die Mannheimer
mit einer Besserung. Die Ziele liegen im Großen und Ganzen im Rahmen
der Analystenerwartungen. Für die Fuchs-Papiere ging es auf
Tradegate zuletzt um 0,1 Prozent nach oben.
Die Anteilsscheine von Infineon stiegen als
Dax-Spitzenreiter um 5,1 Prozent, nachdem die US-Bank JPMorgan die
Aktien von "Neutral" auf "Overweight" hochgestuft und das Kursziel
von 40 auf 48 Euro angehoben hatte. Der Halbleiterkonzern sei einer
der größten Profiteure des immensen Energiebedarfs beim KI-Einsatz,
schrieb Analyst Sandeep Deshpande. Zudem geht er davon aus, dass der
Tiefpunkt im Geschäft mit der Autobranche erreicht ist und nun eine
Stabilisierung folgen kann.
Ein erfolgreiches Börsendebüt legten die Titel von Vincorion
hin. Mit zuletzt 19,55 Euro lagen sie 15 Prozent über
dem Preis von 17 Euro, zu dem sich der Investor Star Capital von
Teilen des Rüstungszulieferers getrennt hatte./edh/jha/