, APA

Wiener Aktienmarkt vorbörslich mit klaren Abgaben erwartet / Ölpreis und Wall Street belasten - Lenzing und SBO mit Zahlen

Nach der positiven ersten Wochenhälfte deutet sich am Wiener Aktienmarkt am Donnerstag wieder ein Rückschlag an. Vor der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) schlugen steigende Ölpreise und schwache Übersee-Vorgaben den Anlegern aufs Gemüt. Bankenindikationen sahen den ATX rund 50 Minuten vor Sitzungsauftakt 1,9 Prozent tiefer bei 5.322 Punkten. Ähnlich schwach wird das europäische Umfeld erwartet.

Druck kommt erneut vom Ölpreis, dessen Anstieg Konjunktur- und Inflationssorgen schürt. Aktuell kostet ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent wieder rund 115 Dollar und damit rund sieben Prozent mehr als am Vortag. Der bisherige Höchststand im Zuge des Iran-Kriegs hatte am Montag der Vorwoche mit fast 120 Dollar auf dem höchsten Stand seit 2022 gelegen. Mittlerweile stiegen auch die Kontrakte für Lieferungen im Juni und Juli über 100 Dollar, was zeigt, dass die Marktakteure auch verstärkt Lieferengpässe in den kommenden Monaten einpreisen.

Ein iranischer Offizieller sprach in der Nacht auf X von einer neuen Eskalationsstufe. Damit reagiert das Regime auf zunehmende Angriffe auf seine Energieinfrastruktur. Der Iran sieht seinerseits Energieinfrastruktur in Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar als legitime Ziele.

Am Vorabend hatten die wichtigsten US-Indizes ihre Verluste nach dem europäischen Handelsende massiv ausgeweitet. Die US-Notenbank Fed ließ in dem durch den Iran-Krieg verunsicherten Umfeld ihre Leitzinsen erwartungsgemäß unverändert. Ein Commerzbank-Experte sprach von einem "falkenhaften Festhalten" am aktuellen Zins. Geldpolitisch setzen die sogenannten "Falken" restriktiv primär auf die Bekämpfung von Inflation durch steigende Zinsen.

Am Berichtstag folgen nun die Notenbanken der Eurozone, Großbritanniens und der Schweiz mit ihren geldpolitischen Entscheidungen, wobei auch hier keine Zinsanpassungen erwartet werden. Kernfrage bleibt, ob energiepreisbedingte Inflationsanstiege als vorübergehend angesehen werden können.

Mit Blick auf die Wiener Einzelwerte legten SBO und Lenzing Jahresergebnisse vor. SBO hat im Geschäftsjahr 2025 einen massiven Rückgang bei Erlösen und Profitabilität verzeichnet und strich seine Dividende zusammen. Der Ölfeldausrüster verzeichnete zudem einen rückläufigen Auftragseingang.

Lenzing verbuchte im abgelaufenen Jahr einen Anstieg beim operativen Gewinn, unterm Strich blieb aber ein Verlust von 135,2 Millionen Euro. Zudem gab der Umsatz des Faserherstellers leicht nach.

Von Analystenseite stufte das US-Analysehaus Jefferies die Aktien der OMV von "Buy" auf "Hol"d ab. Das Kursziel legten die Experten bei 62 Euro fest.

Am Mittwoch hatte der ATX um 1,54 Prozent höher bei 5.425,40 Punkten geschlossen.

Die größten Kursgewinner im prime market am Mittwoch:

Semperit +23,87% 14,84 Euro 
BAWAG    +6,12%  128,30 Euro
AMAG     +4,46%  28,10 Euro 

Die größten Kursverlierer im prime market am Mittwoch:

FACC       -2,64% 14,76 Euro
Lenzing    -1,36% 21,70 Euro
Immofinanz -1,27% 15,60 Euro

spa/ste

 ISIN  AT0000999982
Copyright APA. Alle Rechte vorbehalten. Weiterverbreitung, Wiederveröffentlichung oder dauerhafte Speicherung ohne ausdrückliche vorherige Zustimmung von APA ist nicht gestattet.