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Wiener Börse (Nachmittag) - ATX mit +1,29% vor 3. Gewinntag in Folge / Europäische Leitbörsen drehten belastet von höheren Ölpreisen ins Minus - Semperit-Aktie springt mit Übernahmeangebot 24 Prozent hoch

Die Wiener Börse hat sich am Mittwochnachmittag weiterhin fester präsentiert. Der Leitindex ATX notierte gegen 14.35 Uhr mit plus 1,29 Prozent bei 5.412,46 Punkten und steht damit bereits vor seinem 3. Gewinntag in Folge. Die europäischen Leitbörsen drehten hingegen, belastet von höheren Ölpreisen, im Verlauf in den Minusbereich ab.

Am heimischen Aktienmarkt zog die Aktie des Gummi- und Kautschukkonzerns Semperit mit einem Kurssprung in Höhe von fast 24 Prozent auf 14,82 Euro die Aufmerksamkeit der Anleger auf sich. Ausgelöst wurde das satte Kursplus wohl durch ein freiwilliges Übernahmeangebot des Mehrheitsaktionärs B&C Holding Österreich. Dieser möchte sämtliche ausstehende Aktien der Semperit, die rund 41,52 Prozent des Grundkapitals der Semperit entsprechen, erwerben. Der Angebotspreis beträgt 15,00 Euro je Aktie in bar. Die B&C-Gruppe hält derzeit rund 58,48 Prozent des Grundkapitals der Semperit.

Der Verbund rückte mit einer Zahlenvorlage in den Fokus und die Aktie des Energieversorgers reagierte mit einem Abschlag von 3,9 Prozent. Der teilstaatliche Stromkonzern hat im Geschäftsjahr 2025 Gewinneinbußen verzeichnet. Das Konzernergebnis verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um 20,6 Prozent auf 1.489,4 Mio. Euro. Hauptgründe für das Minus waren eine deutlich geringere Stromproduktion aus Wasserkraft sowie negative Effekte durch die verlängerte staatliche Gewinnabschöpfung in Höhe von 135,9 Mio. Euro. Die Analysten der Erste Group bewerteten die Zahlen für das 4. Quartal als leicht über den Erwartungen. Sie erwarteten jedoch eine negative Kursreaktion, da der Ausblick auf das laufende Jahr 2026 schwach ausfiel.

BAWAG-Titel notierten mit plus fünf Prozent. Nach mehreren Übernahmen in den vergangenen Jahren fasst die Bank ihr nächstes Ziel ins Auge. Sie bestätigte am Mittwoch in einer Aussendung, für die Übernahme der irischen PTSB (Permanent TSB) ein unverbindliches Angebot eingereicht zu haben. Ob ein verbindliches Angebot abgegeben werde, sei aber noch unklar, so das Unternehmen. Auch auf einen möglichen Kaufpreis habe man sich noch nicht festgelegt. Zuvor hatte die "Presse" über das Interesse der BAWAG an PTSB berichtet.

OMV-Titel legten 0,3 Prozent zu. Ein Brand an einer Pipeline des großen libyschen Ölfelds Sharara, das teilweise zum OMV-Konzern gehört, hat für Unklarheit über die Förderung gesorgt. Während die staatliche Ölgesellschaft NOC erklärte, das Öl werde umgeleitet und die Produktion laufe weiter, berichteten Ingenieure vor Ort am Mittwoch von einer schrittweisen Stilllegung.

Unter den weiteren Schwergewichten verteuerten sich die Titel der Erste Group um 1,4 Prozent. Die Aktionäre der Raiffeisen Bank International konnten ein Plus von 2,7 Prozent verbuchen. Wienerberger bauten ein Plus von drei Prozent.

In der Gunst der Anleger weit oben standen auch die Bauwerte. Porr legten 3,1 Prozent zu und Strabag kletterten um 2,7 Prozent hoch.

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