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Rohstoffe (Vormittag) - Brent-Ölpreis kaum verändert / Goldpreis unter der Marke von 5.000 US-Dollar

Die Ölpreise sind am Mittwoch teilweise gesunken. Die Notierung für Rohöl der Sorte Brent aus der Nordsee fiel im frühen Handel zeitweise bis auf fast 100 US-Dollar je Barrel (159 Liter), nachdem sie nach Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran zeitweise bis auf knapp 120 Dollar gestiegen war. Am Vormittag kostete Rohöl der Sorte Brent 103,51 Dollar und damit etwa soviel wie am Vortag. Der WTI-Preis ging um 1,6 Prozent auf 94,73 Dollar zurück.

Am Ölmarkt blicken die Anleger weiter auf den Iran-Krieg und auf die Entwicklung in der Straße von Hormuz, die für den Ölhandel wichtige Meerenge südlich des Irans. Weil die Wasserstraße wegen des Kriegs und drohender iranischer Angriffe für den Schiffsverkehr praktisch gesperrt ist, liegen dort hunderte Handelsschiffe, darunter viele Tanker fest.

Mittlerweile gibt es immer mehr Bemühungen, den Transport von Rohöl aus den Fördergebieten am Persischen Golf abseits der Straße von Hormuz zu organisieren. Zuletzt hat das OPEC-Mitglied Irak eine Vereinbarung mit der Türkei zur Wiederaufnahme von Öltransporten getroffen. Mit den Lieferungen durch die Türkei kann ein Teil der irakischen Ölexporte die Straße von Hormuz umgehen.

Die Umleitung irakischen Öls über die Türkei kann die Angebotssorgen am Markt aber nur begrenzt lindern. Die Produktion des Förderstaates ist auf etwa 1,4 Millionen Barrel pro Tag gesunken - etwa ein Drittel des Niveaus vor der Schließung der Straße von Hormuz. Auch in anderen Staaten am Persischen Golf sind die Öllager mittlerweile gefüllt, was zu einer Drosselung der Fördermenge führt.

Der Preis für Rohöl der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) steigt weiter kräftig. Wie das OPEC-Sekretariat am Mittwoch in Wien mitteilte, betrug der Korbpreis am Dienstag 132,87 US-Dollar je Barrel (159 Liter), nach 128,99 Dollar am Montag. Die OPEC berechnet diesen Preis auf Basis der wichtigsten Sorten des Kartells.

Der Goldpreis gab etwas nach und rutschte unter die Marke von 5.000 Dollar. Zuletzt wurde eine Feinunze (etwa 31,1 Gramm) bei 4.982,44 US-Dollar gehandelt. Das waren 0,45 Prozent weniger als am Dienstagabend.

Tendenziell belastet wird das Edelmetall durch einen stärkeren US-Dollar und die Aussicht, dass die Zinsen in den USA nicht so schnell sinken dürften wie zuletzt erwartet. Damit zeigt sich weiter keine stärkere Nachfrage nach Gold durch den Krieg im Nahen Osten. Nachdem der Goldpreis nur zu Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran Ende Februar zeitweise bis auf knapp 5.420 Dollar gestiegen war, ist die Notierung in den vergangenen beiden Wochen mehrfach deutlich unter Druck geraten.

"Der Goldpreis tut sich schwer, seiner Rolle als sicherer Hafen in Krisenzeiten gerecht zu werden", kommentierte Rohstoffexperte Carsten Fritsch von der Commerzbank in einer jüngst veröffentlichten Studie.

ste/moe

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