Wiener Börse fester im Frühhandel, ATX gewinnt 1,26 Prozent / Positive europäische Anlegerstimmung mit leicht rückläufigen Rohölpreisen - Semperit-Aktie springt mit Übernahmeangebot hoch
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Die Wiener Börse hat sich am Mittwochvormittag fester präsentiert. Der Leitindex ATX notierte gegen zehn Uhr mit plus 1,26 Prozent bei 5.411 Punkten und steht damit bereits vor seinem 3. Gewinntag in Folge. Auch an den europäischen Leitbörsen ging es im Frühhandel dank leicht rückläufiger Rohölpreise mit den Aktienkursen nach oben.
Aktuell kostet ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent mit rund 103 Dollar etwas weniger als am Dienstag. Der bisherige Höchststand im Zuge des Iran-Kriegs hatte mit fast 120 Dollar auf dem höchsten Stand seit 2022 gelegen, was heftige Konjunktur- und Inflationssorgen geschürt hatte. Besonders im Fokus stehen weiterhin alle Nachrichten über den wichtigsten Versorgungsweg für Energielieferungen, die Straße von Hormuz, die vom Iran faktisch blockiert ist.
Am heimischen Aktienmarkt zog die Aktie des Gummi- und Kautschukkonzerns Semperit mit einem Kurssprung in Höhe von fast 24 Prozent auf 14,82 Euro die Aufmerksamkeit der Anleger auf sich. Ausgelöst wurde das satte Kursplus wohl durch ein freiwilliges Übernahmeangebot des Mehrheitsaktionärs B&C Holding Österreich. Dieser möchte sämtliche ausstehende Aktien der Semperit, die rund 41,52 Prozent des Grundkapitals der Semperit entsprechen, erwerben. Der Angebotspreis beträgt 15,00 Euro je Aktie in bar. Die B&C-Gruppe hält derzeit rund 58,48 Prozent des Grundkapitals der Semperit.
Der Verbund rückte mit einer Zahlenvorlage in den Fokus und die Aktie des Energieversorgers reagierte mit einem Abschlag von 3,1 Prozent. Der teilstaatliche Stromkonzern hat im Geschäftsjahr 2025 Gewinneinbußen verzeichnet. Das Konzernergebnis verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um 20,6 Prozent auf 1.489,4 Mio. Euro. Hauptgründe für das Minus waren eine deutlich geringere Stromproduktion aus Wasserkraft sowie negative Effekte durch die verlängerte staatliche Gewinnabschöpfung in Höhe von 135,9 Mio. Euro. Die Analysten der Erste Group bewerteten die Zahlen für das 4. Quartal als leicht über den Erwartungen. Sie erwarteten jedoch eine negative Kursreaktion, da der Ausblick auf das laufende Jahr 2026 schwach ausfiel.
BAWAG-Titel notierten mit plus 2,1 Prozent. Nach mehreren Übernahmen in den vergangenen Jahren könnte die Bank schon wieder das nächste Ziel im Auge haben. Laut einem Artikel der Tageszeitung "Die Presse" soll sie sich für die irische PTSB (Permanent TSB) interessieren. Die Bank sei bereit, 1,6 Mrd. Euro für das mehrheitlich im Staatsbesitz stehende irische Institut zu zahlen. Der Verkaufsprozess solle den Ausstieg des Staates aus der PTSB erleichtern. Auf APA-Anfrage war keine Stellungnahme der BAWAG zu bekommen.
OMV-Titel schwächten sich um 0,8 Prozent ab. Ein Brand an einer Pipeline des großen libyschen Ölfelds Sharara, das teilweise zum OMV-Konzern gehört, hat für Unklarheit über die Förderung gesorgt. Während die staatliche Ölgesellschaft NOC erklärte, das Öl werde umgeleitet und die Produktion laufe weiter, berichteten Ingenieure vor Ort am Mittwoch von einer schrittweisen Stilllegung.
Unter den weiteren Schwergewichten verteuerten sich die Titel der Erste Group um zwei Prozent. Die Aktionäre der Raiffeisen Bank International konnten ein Plus von 2,5 Prozent verbuchen. voestalpine stärkten sich um 2,6 Prozent. Wienerberger bauten ein Plus von 2,9 Prozent.
In der Gunst der Anleger weit oben standen auch die Bauwerte. Porr legten 2,8 Prozent zu und Strabag kletterten um 2,9 Prozent hoch.
ste/moe
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