Der Elektrolysespezialist Thyssenkrupp Nucera
streicht wegen eines geplatzten Projekts und teurer
Nachbesserungen seine Jahresziele zusammen. Der Umsatz dürfte im
laufenden Geschäftsjahr bis Ende September statt 500 bis 600
Millionen nur 450 bis 550 Millionen Euro erreichen, teilte das
Unternehmen überraschend am Dienstagabend in Dortmund mit. Dadurch
dürfte Thyssenkrupp Nucera vor Zinsen und Steuern (Ebit) einen
Verlust zwischen 30 und 80 Millionen Euro verbuchen. Bisher hatte
das Management noch ein Ergebnis zwischen null und minus 30
Millionen Euro in Aussicht gestellt. Am Finanzmarkt wurden die
Nachrichten mit einem Kursrutsch quittiert: Im nachbörslichen Handel
auf der Plattform Tradegate verlor die Nucera-Aktie im Vergleich zum
Xetra-Schlusskurs mehr als acht Prozent an Wert.
Als Ursachen nannte Thyssenkrupp Nucera unerwartet hohe Aufwendungen
in der Sparte für grünen Wasserstoff. Dort müssten vor der
Fertigstellung und Inbetriebnahme der ersten Elektrolyseuranlagen
Optimierungen an bereits ausgelieferten Modulen vorgenommen werden.
Zudem baue ein Kunde aus den USA eine Anlage nicht fertig, weil die
Renditeerwartungen nicht mehr ausreichten. Insgesamt rechnet
Thyssenkrupp Nucera deshalb mit Kosten in niedriger zweistelliger
Millionen-Euro-Höhe. Diese würden im zweiten Geschäftsquartal
verbucht./stw/tih