ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Gewinne dank vager Ölmarkthoffnung
Europas Börsen haben den Handel am
Montag nach schwankendem Verlauf im Plus beendet. Im
amerikanisch-israelischen Krieg gegen den Iran gab es zwar keine
Entspannung. Ein Fünkchen Hoffnung brachte aber die Nachricht, dass
vereinzelt wieder Schiffe die für den Öl- und Gastransport wichtige
Straße von Hormus passieren. In der Folge sanken die zuletzt
maßgeblichen Ölpreise zumindest ein wenig.
Der EuroStoxx 50 beendete den ersten Handelstag der
nun dritten Iran-Kriegswoche 0,39 Prozent höher bei 5.739,01
Punkten. Nach einer Schwäche in den Morgenstunden drehte der
Leitindex der Eurozone gegen Mittag ins Plus und ging dann in der
oberen Hälfte seiner Tagesspanne aus dem Handel. Damit endete eine
Serie von zuletzt drei Verlusttagen. Allerdings fiel die Erholung in
Europa weniger deutlich aus als im US-Handel.
Außerhalb der Eurozone ging es für den Schweizer SMI
um 0,33 Prozent auf 12.882,20 Punkte nach oben. Der britische FTSE
100 kam mit 10.317,69 Punkten auf ein Plus von 0,55
Prozent.
Zu Beginn der dritten Kriegswoche im Nahen Osten bleibt der Iran
Zielscheibe massiver Angriffe von Israel und den USA, ohne dass auf
diplomatischer Ebene sichtbar Bewegung in den Konflikt kommt. Laut
dem JPMorgan-Analysten Otar Dgebuadze wird aber nun darüber
spekuliert, ob der Iran chinesischen und indischen Öl- und
Gastankern die Durchfahrt durch die Straße von Hormus erlauben
könnte.
Im marktbreiten Stoxx Europe 600 übernahm der
Immobiliensektor letztlich die Spitzenposition, weil die zuvor
führenden Ölwerte wegen der Ölmarkt-Spekulationen etwas an Zug
verloren. Ihr Branchenindex Stoxx Europe 600 Oil & Gas ging aber
immer noch mit einem deutlichen Plus von 1,2 Prozent aus dem Handel.
Das Branchen-Barometer hatte seine Rekordjagd am Montag fortgesetzt.
Weiter auf den Verkaufslisten standen die export- und
konjunktursensiblen Autowerte, deren Index um 1,2
Prozent auf den tiefsten Stand seit November 2020 abrutschte.
Besonders deutsche Branchenwerte litten, denn neben dem
Zahlungsabwickler Adyen waren Volkswagen
, Mercedes-Benz und BMW
die größten Verlierer im EuroStoxx.
Unterdessen legte das italienische Institut Unicredit
ein offizielles Übernahmeangebot für die Commerzbank
vor - mit dem Ziel, die eigene Beteiligung an dem Frankfurter
Geldhaus auf mehr als 30 Prozent zu erhöhen. Nach zunächst
schwächerem Start am Morgen schafften es die Titel der Italiener mit
einem halben Prozent ins Plus, während jene des deutschen Instituts
an der Frankfurter Börse um 8,6 Prozent anzogen./tih/stw