Aktien Europa: Verluste überwiegen - Keine Entspannung im Iran-Krieg
Europas Börsen sind am Montag nach
moderaten Anfangsgewinnen mehrheitlich wieder ins Minus gerutscht.
Zwar hielten sich die Kursverluste in Grenzen. Dass im
amerikanisch-israelischen Krieg gegen den Iran und bei den Ölpreisen
keine Entspannung in Sicht ist, sorgte aber für anhaltende
Konjunktur- und Inflationssorgen.
Der EuroStoxx 50 notierte gegen Mittag 0,14 Prozent
tiefer bei 5.709 Punkten. Damit steuert der Leitindex der Eurozone
auf den vierten Verlusttag in Folge zu. Ähnlich sieht es beim
Schweizer SMI aus, der zuletzt um 0,45 Prozent auf
12.782 Punkte nachgab. Der britische FTSE 100
schaffte derweil ein Plus von 0,20 Prozent auf 10.282 Punkte.
Israels Armee greift eigenen Angaben zufolge erneut Ziele im Iran
an. Sie sprach von einer "großangelegten Angriffswelle", die in den
Städten Teheran, Schiras und Tabris die Infrastruktur der Führung
ins Visier nehme. Auch iranische Medien meldeten eine neue
Angriffswelle in der Hauptstadt Teheran.
Im marktbreiten Stoxx Europe 600 führte der Subindex
der Öl- und Gaskonzerne dank weiter steigender
Ölpreise die kurze Gewinnerliste an. Damit setzte das
Branchenbarometer seine Rekordjagd fort.
Vergleichsweise gefragt waren auch Telekommunikationstitel, deren
Index weiter auf einem Hoch seit Mitte 2017 notiert.
Sie profitierten von ihrem Status als defensiver Sektor, der seine
Stärken vor allem in einem schwachen Marktumfeld ausspielt. Die
Branche sei aber nicht nur eine Anlage für Krisenzeiten, sondern
habe seit Anfang 2024 auch höhere Renditen als der Gesamtmarkt
abgeworfen, besonders im laufenden Jahr, betonte Analyst Nick Lyall
von der Privatbank Berenberg in einer aktuellen Einschätzung.
Weiter verkauft wurden indes vor allem die export- und
konjunktursensiblen Autowerte, deren Index auf ein
Tief seit November 2020 abrutschte. Auch bei den Reise- und
Freizeitaktien setzte sich der Abwärtstrend fort.
"Für die zyklischen Branchen, insbesondere im Chemie-, Luftfahrt-
und Autosektor, könnten sich in den kommenden Quartalen massive
Bremsspuren in den Bilanzen zeigen", befürchtet Chef-Marktanalyst
Andreas Lipkow vom Broker CMC Markets.
Unicredit -Titel büßten 1,3 Prozent ein. Sie waren
damit so günstig zu haben wie zuletzt im November. Die italienische
Bank legte ein offizielles Übernahmeangebot für die Commerzbank
vor. Sie ist mit einem direkten Anteil von 26 Prozent
bereits größter Aktionär beim Branchenkollegen und kontrolliert nach
eigenen Angaben inklusive Finanzinstrumenten insgesamt 29,9 Prozent
der Commerzbank-Anteile. Die Offerte beinhaltet einem Preis von
30,80 Euro pro Commerzbank-Anteil, was einem Aufschlag von 4 Prozent
zum Freitags-Schlusskurs entspricht. Die Aktien der Commerzbank
verteuerten sich um mehr als 6 Prozent./gl/men