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Österreichische Staatsanleihen im Späthandel mit Kursverlusten / Hohe Ölpreise belasten - Zehnjährige Rendite auf höchstem Niveau seit über zwei Jahren

Die Kurse österreichischer Bundesanleihen haben sich am Freitagnachmittag mit Kursverlusten gezeigt. Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen österreichischen Benchmark-Anleihe stieg um 2 Basispunkte auf 3,28 Prozent. Der Rendite-Spread zur vergleichbaren deutschen Anleihe betrug 32 Basispunkte.

Der deutsche Euro-Bund-Future zeigte hingegen nach den schwachen Vortagen eine leichte Stabilisierung. Er stieg um 0,14 Prozent auf 126,06 Punkte.

Aktuell hält sich die zehnjährige Rendite österreichischer Staatspapiere aber auf dem höchsten Niveau seit Ende 2023. Ähnliches gilt für jene anderer Euroländer. Im Fokus steht weiter der Krieg im Iran und die damit verbundenen Anstiege bei den Öl- und Gaspreisen. Unterm Strich enttäuschende Konjunkturdaten auf beiden Seiten des Atlantiks hatten auf dem Anleihemarkt dagegen keine nachhaltige Wirkung.

Die Ölpreise bleiben auch zum Wochenausklang auf einem hohen Niveau. Am Markt sind alle Augen auf die praktisch geschlossene Straße von Hormuz gerichtet. Irans Führung ist trotz massiver Angriffe der USA und Israels weiter zur Störung der globalen Ölversorgung in der Lage. Maßnahmen zur Stabilisierung der Lage, wie die Freigabe von Ölreserven durch die Internationale Energieagentur oder von sanktioniertem russischen Öl durch die USA, führten zu keiner nachhaltigen Senkung der Notierungen.

"Die Nervosität wächst täglich und je länger die Straße von Hormuz geschlossen bleibt, desto stärker dürften die Märkte in Richtung Stagflation tendieren", warnt der Stratege Emmanuel Cau von der Barclays Bank. In diesem Szenario stagniert das Wirtschaftswachstum, während die Inflation anzieht. Vor diesem Hintergrund rückten die Zinsentscheide der großen Notenbanken in den Mittelpunkt, die in der kommenden Woche anstehen.

So wird weitgehend erwartet, dass die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstag ihre Schlüsselzinssätze stabil halten wird. Fraglich bleibt aber, wie die Notenbanker in den kommenden Monaten auf einen möglichen Inflationsanstieg im Euroraum reagieren würden. Einer Bloomberg-Erhebung zufolge rechnet die große Mehrheit der vor wenigen Tagen befragten Ökonomen damit, dass die EZB ihre Leitzinsen in diesem Jahr noch nicht anheben wird. An den Terminmärkten werden hingegen bereits ein bis zwei kleine Zinsanhebungen um 25 Basispunkte bis Jahresende eingepreist. Knackpunkt dürfte dabei sein, ob die EZB ölpreisbedingte Inflationsanstiege als vorübergehend ansehen kann, was insbesondere auf die Entwicklung der Inflationserwartungen im Euroraum ankommen dürfte.

Renditen ausgewählter österreichischer Benchmark-Anleihen:

Laufzeit Aktuell Vortag Veränderung Spread (in Basispunkten)
2 Jahre     2,47   2,45        0,01                        7
5 Jahre     2,81   2,80        0,01                       21
10 Jahre    3,28   3,25        0,02                       32
30 Jahre    3,82   3,80        0,02                       29

spa/ste

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