ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax unter Druck wegen Ölpreisen
Der Dax hat am Donnerstag in
einem Umfeld wieder erhöhter Ölpreise nochmals nachgegeben. Der
deutsche Leitindex sank gegen Ende der ersten Handelsstunde um 0,4
Prozent auf 23.551 Zähler, was aber viel weniger war, als es
Indikationen über weite Strecken erwarten ließen. Der MDax
schaffte es zeitgleich knapp mit 0,1 Prozent ins Plus
auf 29.444 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx
dagegen sank um 0,7 Prozent.
Entscheidend für Anleger bleibt die Entwicklung der Öl- und
Gaspreise, weil der von den USA und Israel angegriffene Iran immer
stärker die Energiewirtschaft in der Golfregion ins Visier nimmt.
US-Präsident Donald Trump stellt zwar seit Tagen ein baldiges Ende
des Krieges in Aussicht. Noch scheinen die Kapazitäten des Regimes
in Teheran aber ausreichend für zumindest schmerzhafte Schläge.
Ein Fass der Nordsee-Ölsorte Brent kostete am Morgen zeitweise
wieder mehr als 100 Dollar, kehrte zuletzt aber unter diese Marke
zurück. In Indikationen wurde der Dax vor diesem Hintergrund schon
in der Nähe von 23.200 Punkten gesehen. Eine panikartige Situation,
wie es sie am Montag mit einer Ölpreisspitze bei fast 120 Dollar
gab, blieb dieses Mal jedoch aus.
Auch nach Zahlen erzielte Kursgewinne bei einigen Indexmitgliedern
und eine Erholung bei Rheinmetall vom Jahrestief
verhinderten, dass sich der Leitindex seinem Tief seit Beginn des
Iran-Kriegs noch viel deutlicher näherte. Dieses hatte am Montag bei
22.927 Punkten gelegen. Rüstungswerte zogen am Donnerstag allgemein
wieder an.
Spitzenreiter im Dax waren mit einem Kursgewinn von 8,4 Prozent
Zalando-Aktien. Ein Händler verwies auf Zahlen über
den Erwartungen. Der Online-Händler kündigte aber auch ein
Aktienrückkaufprogramm an und zeigte sich für 2026 optimistisch,
indem er weiter wachsen und dabei auch auf die Anwendung von KI
setzen will.
Gewinne gab es nach der Zahlenvorlage aber auch bei Brenntag
, RWE , Daimler Truck und
Hannover Rück . Gerade bei Daimler Truck überraschte
der Anstieg um 4,8 Prozent nach vorbörslich schwachen Indikationen.
Stimmen gingen bei dem Nutzfahrzeugbauer in Richtung eines
enttäuschenden Ausblicks, erwähnt wurden aber auch starke
Auftragseingänge.
Der Versicherer Hannover Rück überzeugte die Anleger mit einer höher
als gedachten Dividende und beim Energiekonzern RWE kam der
langfristige Ausblick gut an. Nach der Zahlenvorlage mit 1,4 Prozent
unter Druck war zuletzt aber BMW in einem allgemein
wieder schwachen Sektorumfeld. Der Autobauer hat im vergangenen Jahr
erneut den schwachen Markt in China zu spüren bekommen und setzte
sich für 2026 verhaltene Ziele.
In den hinteren Börsenreihen entwickelte sich K+S mit
einem fast fünf Prozent großen Plus positiv dank Zahlen, die einem
Händler zufolge "besser waren als befürchtet". Aus dem SDax
profitierten die Titel des Leasinganbieters Grenke
mit einem Anstieg um 2,4 Prozent auch etwas vom
Jahresbericht./tih/stk