ROUNDUP: Daimler Truck kämpft weiter mit schwachem US-Markt - Ausblick verhalten
Der Nutzfahrzeughersteller Daimler-Truck ist im vergangenen Jahr stark von den US-Zöllen von Präsident Donald Trump belastet worden. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern fiel um fast ein Fünftel auf 3,78 Milliarden Euro, wie der Dax-Konzern am Donnerstag in Leinfelden-Echterdingen mitteilte. Die bereinigte operative Ergebnismarge im Industriegeschäft - also ohne Finanzdienstleistungen gerechnet - lag bei 7,8 Prozent und damit 1,1 Prozentpunkte tiefer als ein Jahr zuvor.
Für das neue Jahr nimmt sich Chefin Karin Radström hier 6 bis 8 Prozent vor. Analysten hatten für das vergangene Jahr etwas weniger erwartet, beim Ausblick auf die Marge 2026 lagen sie bisher fast am oberen Ende der anvisierten Bandbreite. Den Umsatz erwartet die Managerin mit 42 bis 46 Milliarden Euro im Industriegeschäft überraschend niedrig.
Die Aktie fiel vorbörslich auf der Handelsplattform Tradegate um 2,4 Prozent gegenüber dem Xetra-Schluss vom Vortag. Bisher hat das Papier im laufenden Jahr im Xetra-Handel allerdings knapp 13 Prozent zugelegt, auch der Ausbruch des Nahost-Kriegs sorgte nur kurz für Belastung.
Das Unternehmen gab sich zuversichtlich, weil die lange Zeit lahmenden Bestellungen wieder anziehen. Der Auftragseingang stieg vergangenes Jahr um 2 Prozent auf 425.458 Fahrzeuge, im Schlussquartal zogen sie gar im Jahresvergleich um 13 Prozent an.
Der Erlös im Industriegeschäft ging 2025 um 10 Prozent auf 45,9 Milliarden Euro zurück. Unter dem Strich sackte der Gewinn um 34 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro ab. Die Dividende soll jedoch überraschend mit 1,90 Euro stabil bleiben.
Der Konzern habe "2025 in einem anspruchsvollen Geschäftsumfeld mit rückläufigen Schlüsselmärkten ein resilientes Konzernergebnis" erzielt, hieß es vom Unternehmen. "Unsere Ergebnisse für 2025 zeigen eine verbesserte operative Performance in einem herausfordernden Geschäftsumfeld", sagte Radström laut Mitteilung.
Marktschwäche in Nordamerika drückt auf Absatz
Der Absatz war 2025 zurückgegangen. Insgesamt verkaufte der Konzern im vergangenen Jahr 422.510 Lkw und Busse. Das entspricht einem Minus von acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
In Nordamerika brach der Absatz um 26 Prozent ein. Dort verkaufte der Konzern 2025 nur noch rund 142.000 Fahrzeuge. Der Markt schwächelt, weil sich Speditionen beim Bestellen neuer Fahrzeuge zurückhalten. Unter anderem wegen der US-Zölle lässt sich das in den kommenden Jahren anfallende Transportvolumen schwer einschätzen.
Sparprogramm "Cost Down Europe"
Um wettbewerbsfähiger zu werden, hatte Daimler Truck im vergangenen Jahr das Sparprogramm "Cost Down Europe" aufgelegt. Bis 2030 sollen damit die laufenden Kosten auf dem Heimatkontinent um mehr als eine Milliarde Euro sinken. In Deutschland sollen deshalb ungefähr 5.000 Stellen wegfallen. Betroffen ist insbesondere die Lkw-Marke Mercedes-Benz. Aber auch in Nordamerika soll gespart werden.
"Wir setzen unsere Effizienzmaßnahmen schneller um als geplant", sagte Radström laut Mitteilung. 2025 habe das Unternehmen bereits Nettoeinsparungen von über 100 Millionen Euro erzielt, teilte der Dax-Konzern mit. Für 2026 strebe Daimler Truck Gesamt-Nettoeinsparungen von mindestens 250 Millionen Euro an./men/rwi
ISIN DE000DTR0CK8
AXC0098 2026-03-12/08:15
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