Wiener Börse (Eröffnung) - ATX mit deutlichem Verlust / Heimischer Leitindex mit klarem Minus von 2,63 Prozent - Ölpreisanstieg im Fokus
Der sich ausweitende Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran hat den Ölpreis am Montag auf den höchsten Stand seit Juli 2022 getrieben. Inflations- und Wachstumssorgen schickten am Montag den Wiener Aktienmarkt auf Talfahrt. Der heimische Leitindex ATX notierte rund 1,5 Stunden nach Handelsbeginn bei 5.261,61 Punkten und damit 2,63 Prozent tiefer als zum Handelsschluss am Freitag. Der ATX Prime verlor 2,64 Prozent auf 2.615,15 Zähler. Ähnlich erging es Europas Leitbörsen.
Wegen der Kämpfe im Iran meiden Tanker weiterhin die für den Öltransport wichtige Straße von Hormuz. Der weltgrößte Ölexporteur Saudi-Arabien erhöht zwar seine Lieferungen über das Rote Meer, die Mengen reichen jedoch bei Weitem nicht aus, um die Ausfälle auszugleichen. "Die Weltwirtschaft bleibt abhängig vom Fluss von Öl und Erdgas aus dem Nahen Osten durch die Straße von Hormuz", erklärte Bruce Kasman, Chefvolkswirt bei JPMorgan. Ein längerer Konflikt könnte den Ölpreis über 120 Dollar treiben und eine weltweite Rezession auslösen.
Die Finanzminister führender Industriestaaten (G7) werden laut "Financial Times im Lauf des Tages in einer Dringlichkeitssitzung über eine mögliche gemeinsame Freigabe von Erdölreserven unter der Koordination der Internationalen Energieagentur (IEA) beraten. Ziel der Sitzung sei es, den durch den Krieg im Nahen Osten ausgelösten Ölpreisanstieg abzufedern, berichtet die FT unter Berufung auf mit der Situation vertraute Personen. Die Minister und IEA-Direktor Fatih Birol sollen demnach um 8.30 Uhr New Yorker Zeit (14.30 Uhr MEZ) telefonieren, um die Auswirkungen des Iran-Krieges zu erörtern. Wie die Zeitung weiter berichtet, hätten bereits drei G7-Staaten, darunter die USA, dem Vorschlag ihre Unterstützung zugesagt.
Am unteren Ende des ATX notierten im Frühhandel die Werte der voestalpine, die um 8,82 Prozent nachgaben. Dahinter folgten die Aktien von Porr (-3,86 Prozent) und Wienerberger (-3,73 Prozent). Abschläge gab es auch bei den Bankwerten. Hier verloren RBI 2,63 Prozent, BAWAG 2,1 Prozent und Erste Group 1,95 Prozent.
Andritz gaben um 2,35 Prozent nach. Aus der Sicht der Deutschen Bank trägt die Umstrukturierung des steirischen Anlagenbauers Früchte. Die Aussichten seien vielversprechend. Der Analyst Lars Vom-Cleff belässt das Kursziel der Aktie bei 86 Euro. Es besteht auch weiterhin die Empfehlung "Buy".
Gestützt wurde der heimische Leitindex lediglich von Verbund mit einem Plus von 1,7 Prozent und SBO mit plus 1,28 Prozent.
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