Wiener Aktienmarkt vorbörslich klar tiefer erwartet / ATX bei 5.262,10 Punkten und damit 2,8 Prozent tiefer indiziert - Sorge um Öl- und Gaspreise, Inflation und konjunkturelle Entwicklung
Der sich ausweitende Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran hat den Ölpreis am Montag auf den höchsten Stand seit Juli 2022 getrieben. Zudem wachsen die Sorgen vor der Inflation und einem Rückgang des Wirtschaftswachstums. Bankenindikationen taxierten am Montag den heimischen Leitindex ATX rund 40 Minuten vor Handelsbeginn bei 5.262,10 Punkten und damit 2,8 Prozent tiefer als zum Handelsschluss am Freitag.
US-Präsident Donald Trump sieht im stark gestiegenen Ölpreis ein kleines notwendiges Opfer angesichts der Bedrohung durch das iranische Atomprogramm. "Kurzfristige Ölpreise, die schnell wieder sinken werden, wenn die Zerstörung des iranischen Atomprogramms beendet ist, sind ein sehr kleiner Preis, der für Sicherheit und Frieden in den USA und auf der Welt zu zahlen ist, schrieb Trump am Sonntag in seinem Onlinedienst Truth Social. "Nur Narren würden anders denken", fügte er hinzu.
Wegen der Kämpfe im Iran meiden Tanker weiterhin die für den Öltransport wichtige Straße von Hormuz. Der weltgrößte Ölexporteur Saudi-Arabien erhöht zwar seine Lieferungen über das Rote Meer, die Mengen reichen jedoch bei Weitem nicht aus, um die Ausfälle auszugleichen. "Die Weltwirtschaft bleibt abhängig vom Fluss von Öl und Erdgas aus dem Nahen Osten durch die Straße von Hormuz", erklärte Bruce Kasman, Chefvolkswirt bei JPMorgan. Ein längerer Konflikt könnte den Ölpreis über 120 Dollar treiben und eine weltweite Rezession auslösen.
Die Finanzminister führender Industriestaaten (G7) werden laut "Financial Times im Lauf des Tages in einer Dringlichkeitssitzung über eine mögliche gemeinsame Freigabe von Erdölreserven unter der Koordination der Internationalen Energieagentur (IEA) beraten. Ziel der Sitzung sei es, den durch den Krieg im Nahen Osten ausgelösten Ölpreisanstieg abzufedern, berichtet die FT unter Berufung auf mit der Situation vertraute Personen. Die Minister und IEA-Direktor Fatih Birol sollen demnach um 8.30 Uhr New Yorker Zeit (14.30 Uhr MEZ) telefonieren, um die Auswirkungen des Iran-Krieges zu erörtern. Wie die Zeitung weiter berichtet, hätten bereits drei G7-Staaten, darunter die USA, dem Vorschlag ihre Unterstützung zugesagt.
Ein Ende des Iran-Kriegs sei nicht in Sicht, schreiben die Helaba-Analysten. Entsprechend bleibe die Verunsicherung groß und die Volatilität an den Finanzmärkten erhöht. Mit den massiv steigenden Öl- und Gaspreisen seien Inflationssorgen dominant und ein länger anhaltender Konflikt würde sich negativ auf die konjunkturelle Entwicklung auswirken.
Am Freitag hatte der ATX um 0,62 Prozent schwächer bei 5.403,65 Punkten geschlossen.
Die größten Kursgewinner im prime market am Freitag:
Verbund +4,45% 64,60 Euro Zumtobel +3,61% 4,30 Euro Schoeller-Bleckmann +2,63% 35,15 Euro
Die größten Kursverlierer im prime market am Freitag:
DO&CO -4,74% 181,00 Euro RHI Magnesita -4,52% 29,60 Euro AT&S -4,23% 45,25 Euro
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