Chinas Außenminister kritisiert Krieg im Iran
Chinas Außenminister Wang Yi hat den US-israelischen Angriff auf den Iran kritisiert. Macht gebe einem kein Recht, und die Welt dürfe nicht zum "Gesetz des Dschungels" zurückkehren, sagte Chinas Chefdiplomat in Peking am Rande des dort tagenden Nationalen Volkskongresses. China fordere eine Feuerpause und ein Ende des Krieges. "Dies ist ein Krieg, der nie hätte passieren dürfen, und der für keine der beteiligten Seiten Vorteile hat", sagte Wang.
China hatte den Angriff schon zuvor verurteilt, ein Ende der Militäroperationen und Sicherheit in der Straße von Hormus zum Wohl der Weltwirtschaft gefordert. Wang hatte sich nun bei dem alljährlichen Pressetermin während des Volkskongresses öffentlich dazu geäußert. Dieser bietet Journalisten die seltene Gelegenheit, ihre Fragen an den Minister zu richten.
China nennt Prinzipien für Umgang mit Nahost-Konflikten
Ohne die USA zu erwähnen, forderte Wang außerdem, die Souveräntität von Ländern in Nahost zu wahren, den Einsatz von Gewalt zu vermeiden, sich nicht in die Angelegenheiten anderer Länder einzumischen und Konflikte dort politisch zu lösen. Revolutionen zu planen und Regimewechsel anzustreben, sei unpopulär, sagte Wang.
Wang, der auch im mächtigen Politbüro der Kommunistischen Partei sitzt, hatte kurz nach dem Angriff der USA mit Russlands Außenminister Sergej Lawrow, dem iranischen Außenminister Abbas Araghtschi und weiteren Chefdiplomaten telefoniert. Für China ist die Lage brisant. Mit dem Iran griffen die USA binnen weniger Wochen nach Venezuela einen weiteren Wirtschaftspartner für Erdöl an. Außer scharfen Verurteilungen auf der diplomatischen Bühne ließ Peking aber bislang keine echten Taten folgen oder sagte dem Iran relevante Unterstützung zu./jon/DP/mis
AXC0034 2026-03-08/09:01