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Aktien Frankfurt: Dax gibt am Ende einer tiefroten Woche leicht nach

Am Ende einer sehr schwachen Woche hat sich der Dax mit einer Stabilisierung schwergetan. Der deutsche Leitindex büßte anfängliche Gewinne von fast einem Prozent komplett ein und stand am Freitagmittag 0,3 Prozent im Minus bei 23.744 Punkten.

Der Iran-Krieg bleibt das beherrschende Thema an den Börsen, und die Anleger reagieren im Takt der Nachrichten sehr nervös. Irans Kampfkraft ist zwar nach US-Einschätzung erheblich geschwächt - dennoch weitet Teheran den Krieg im gesamten Nahen Osten weiter aus. Zuletzt sorgte der wieder deutliche Anstieg des Ölpreises für Verunsicherung, nachdem der Golfstaat Katar vor schwerwiegenden Folgen des Kriegs im Nahen Osten für Lieferungen von Energierohstoffen aus der Region gewarnt hatte.

Die aktuelle Wochenbilanz des Dax ist mit einem Minus von gut sechs Prozent tiefrot. Für einen höheren Verlust muss man zurückschauen bis Anfang April, als US-Präsident Donald Trump die Finanzmärkte mit seinen Zollankündigungen in Aufruhr versetzt hatte.

"Der Angriff auf den Iran ist angesichts der Dimension des Militäreinsatzes und der generell fragilen Lage im Nahen Osten mit Risiken verbunden. Aus ökonomischer Sicht lauten diese Risiken, dass die Ölförderanlagen in der Region durch den Iran systematisch zerstört werden und dass der Transportweg durch die Straße von Hormus absehbar für lange Zeit geschlossen bleibt", schrieb Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank.

Beide Risiken haben sich dem Experten zufolge in den ersten Tagen seit den ersten Luftangriffen nicht materialisiert. Wenn die Deutung richtig sei, dass der Iran und seine Helfer in der Region zu einer umfassenden Aktion nicht in der Lage sind, dann blieben die Auswirkungen auf die Rohstoffmärkte und die Finanzmärkte weiter relativ moderat.

Der MDax der mittelgroßen Werte verharrte nahezu bei 29.697 Zählern. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 fiel um 0,6 Prozent.

In dem aktuellen Umfeld erholten sich Aktien aus dem Rüstungssektor von ihrer jüngsten Talfahrt. Die Aussicht auf noch lange andauernde geopolitische Konflikte nährt nun doch wieder das Interesse der Anleger an Werten wie Rheinmetall , die fast zwei Prozent gewannen.

Unter den weiteren Einzeltiteln sorgen unter anderem Analystenkommentare für Bewegung. So sackten die Aktien von Infineon nach einer aufgegebenen Kaufempfehlung der Bank UBS um fünf Prozent ab und waren damit das klare Schlusslicht im Dax. Analyst Francois-Xavier Bouvignies bleibt mittelfristig zwar optimistisch für den Chipkonzern, sieht zunächst aber Risiken, die das Kurspotenzial einschränken sollten. So lasse das KI-Umsatzziel bis 2027 nur wenig Luft nach oben.

Die Papiere von DHL erholten sich von ihren deutlichen Vortagesverlusten. Dank gleich mehrerer positiver Analystenkommentare zogen die Aktien an der Dax-Spitze um gut zwei Prozent an. Die Verwerfungen in den Frachtmärkten durch den Iran-Krieg kämen dem Logistik-Konzern mit seinem großen, flexiblen Netzwerk zupass, schrieb etwa die Expertin Muneeba Kayani von der US-Investmentbank Bank of America. Am Donnerstag hatte der von geopolitischer Unsicherheit geprägte Ausblick die Anleger verschreckt.

Als klares Schlusslicht im MDax brachen die Anteilsscheine von Lanxess am Freitag um fast 14 Prozent ein. Das vorläufige Scheitern des Verkaufs der restlichen Anteile am Gemeinschaftsunternehmen Envalior hatte bei den Aktionären einmal mehr Sorgen in puncto Finanzierung des Spezialchemiekonzerns geweckt./la/stk

--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

 ISIN  DE0008469008  DE0008467416

AXC0146 2026-03-06/12:23

Relevante Links: Deutsche Post AG, LANXESS AG, Infineon Technologies AG, Rheinmetall AG

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