ROUNDUP: Lanxess wird Envalior-Anteile 2026 nicht an Advent los - Aktie fällt
Der Spezialchemiekonzern Lanxess
Für die Aktie ging es im frühen Handel am Freitag zuletzt um acht Prozent nach unten. Im bisherigen Jahresverlauf hat sie fast 14 Prozent an Wert verloren, in den vergangenen zwölf Monaten sogar die Hälfte.
Für Analyst Chetan Udeshi von der US-Bank JPMorgan haben die Bilanzsorgen bei Lanxess damit Bestand. Sie seien schon länger das dominierende Thema der Aktienstory. Am Markt sei eine geringe Wahrscheinlichkeit für den Abschluss der Transaktion 2026 bereits eingepreist. Die Ankündigung dürfte daher keine große Überraschung sein.
Auch für Anil Shenoy von Barclays sei die Ankündigung weitgehend erwartet worden. Der Fokus dürfte sich nun auf die Verschuldung und das freie Barmittelprofil von Lanxess verlagern, so der Analyst.
Christian Bell von der UBS befürchtet, dass Lanxess bei Rating-Agenturen den "Investment Grade"-Status verlieren könnte. Damit könnten die Finanzierungskosten für das recht hoch verschuldete Unternehmen dann steigen.
Die Kölner sehen sich auch ohne die Einnahmen aus dem Anteilsverkauf langfristig solide finanziert, die Rückzahlung der im Oktober fälligen Anleihe sei bereits gesichert, so das Unternehmen. Lanxess wollte dieses Jahr wie im vergangenen September angekündigt ursprünglich 1,2 Milliarden Euro durch den Verkauf seiner Anteile von rund 41 Prozent an Envalior einnehmen. Nun gälten die für 2027 und 2028 vereinbarten Ankaufsrechte, hieß es.
Im Jahr 2027 steht Advent ein Erwerbsrecht für die Anteile zum selben Kaufpreis wie im Jahr 2026 zu. Wird dieses nicht ausgeübt, lebt das Andienungsrecht von Lanxess zum 1. April 2028 nach dem gleichen Bewertungs- und Vollzugsmechanismus wieder auf. Im Jahr 2028 steht der Erwerb der Hälfte der von den Kölnern gehaltenen Beteiligung dann jedoch nicht mehr unter einem Finanzierungsvorbehalt oder anderen Bedingungen.
Envalior, ein Spezialist für technische Hochleistungswerkstoffe, war im Frühjahr 2023 gegründet worden. Das Unternehmen entstand durch die Fusion des Bereichs Engineering Materials des niederländischen Konzerns Royal DSM und von Lanxess High Performance Materials.
Das Management von Lanxess hatte sich Anfang November in einem weiterhin schwierigen Wirtschaftsumfeld vorsichtiger für die Gewinnentwicklung 2025 gezeigt. Konzernchef Matthias Zachert rechnete für 2025 zuletzt mit einem um Sondereffekte bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) am unteren Ende der bisher avisierten Spanne von 520 bis 580 Millionen Euro.
Der Konzern wird am 19. März seine Geschäftszahlen für 2025 vorlegen./err/men/nas/stk
ISIN DE0005470405
AXC0108 2026-03-06/10:07
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