ROUNDUP: Lufthansa sieht wegen Iran-Krieg mehr Chancen auf Asien-Flügen
Die Lufthansa
Der Krieg im Nahen Osten macht die Geschäftsprognosen der Lufthansa allerdings noch unsicherer als sonst. Einerseits sind die Ölpreise in die Höhe gesprungen, was auch das Kerosin absehbar teurer machen dürfte. Andererseits wittert Spohr die Chance, mit mehr Flügen etwa nach Singapur, Indien, China und Südafrika von der Krise der Gesellschaften vom Persischen Golf zu profitieren. Der Konzern prüft nach eigenen Angaben bereits eine Aufstockung der Flugfrequenzen in diese Länder.
Am Finanzmarkt kamen die Neuigkeiten zum Handelsstart gut an: Die Lufthansa-Aktie legte am Morgen um drei Prozent zu. Am Vortag hatte die Aktie nochmals unter dem Iran-Krieg gelitten. Die Folgen des Kriegs für die Treibstoffpreise und den Reiseverkehr hatten die Lufthansa-Aktie zuletzt auf den tiefsten Stand seit Mitte Dezember gedrückt. Infolge der Kursverluste platzte diese Woche die Hoffnung des Vorstands auf eine Rückkehr des Konzerns in den deutschen Leitindex Dax.
Im vergangenen Jahr profitierte die Lufthansa noch von einem Rückgang der Kerosinpreise. Zudem musste sie ihren Kunden insgesamt deutlich weniger Entschädigungen wegen verspäteter und ausgefallener Flüge bezahlen, wie sie am Freitag in Frankfurt mitteilte. Zugleich kletterte der Umsatz um fünf Prozent auf den Rekordwert von 39,6 Milliarden Euro.
Dabei kehrte die Kernmarke Lufthansa Airlines in die schwarzen Zahlen zurück, und so wuchs der operative Gewinn des Konzerns vor Zinsen, Steuern und Sondereffekten (bereinigtes Ebit) um knapp ein Fünftel auf 1,96 Milliarden Euro. Damit übertraf die Lufthansa auch die durchschnittlichen Erwartungen von Analysten. Der Überschuss sank wegen negativer Steuereffekte hingegen um drei Prozent auf 1,34 Milliarden Euro. Die Dividende für die Aktionäre soll dennoch um zehn Prozent auf 33 Cent je Aktie steigen.
Im laufenden Jahr will Spohr den Umsatz weiter nach oben treiben. Der bereinigte operative Gewinn soll sogar deutlich steigen. Gegen einen Anstieg der Kerosinpreise hat sich die Lufthansa vorerst weitgehend gewappnet: So hat sie ihre Treibstoffkosten für das laufende Jahr zu etwa 80 Prozent abgesichert. Finanzvorstand Till Streichert erwartet 2026 Treibstoffkosten von insgesamt etwa 7,2 Milliarden Euro. Das wäre sogar etwas weniger als 2025.
Zu dem Gewinnanstieg soll zudem das laufende Sparprogramm der
Kernmarke Lufthansa Airlines beitragen. Sie erhält in diesem Jahr
mehr neue und sparsamere Langstreckenjets etwa vom Typ Boeing
Im vergangenen Jahr gelang der Kernmarke mit einem bereinigten operativen Gewinn von rund 150 Millionen Euro die Rückkehr in die schwarzen Zahlen, nachdem sie im Vorjahr noch einen Verlust von rund 90 Millionen eingeflogen hatte. Insgesamt steigerten die konzerneigenen Passagier-Airlines wie Lufthansa, Swiss, Austrian, Brussels, Eurowings und der neue italienische Ableger Ita ihr bereinigtes operatives Ergebnis um vier Prozent auf knapp 1,1 Milliarden Euro. Mehr als die Hälfte davon stammte von der Schweizer Konzerntochter Swiss.
Deutlich besser als im Vorjahr lief es für die Frachttochter Lufthansa Cargo. Sie steigerte ihren bereinigten operativen Gewinn um 29 Prozent auf 324 Millionen Euro. Die Wartungssparte Lufthansa Technik konnte ihr Ergebnis trotz Belastungen durch den schwachen US-Dollar und Zölle mit 603 Millionen Euro fast stabil halten. Um die Folgen der US-Zollpolitik abzumildern, hatte das Unternehmen den internationalen Transport von Teilen gezielt umgeleitet./stw/err/stk
ISIN DE0008232125
AXC0094 2026-03-06/09:24
Relevante Links: Deutsche Lufthansa AG, Boeing Company