ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Deutliche Verluste mit schwachem US-Leitindex
Der Dax hat am Donnerstag einen
lange richtungslosen Handel mit einem Kursrutsch beendet. Im Sog des
schwachen US-Leitindex Dow Jones Industrial büßte sein deutsches
Pendant letztlich 1,61 Prozent auf 23.815,75 Punkte ein. Damit
notiert er nun auch wieder unter der für den langfristigen Trend
wichtigen 200-Tage-Durchschnittslinie. Angesichts der
unübersichtlichen Lage im Nahen Osten hielten sich die Anleger
letztlich zurück. Der MDax der mittelgroßen
Börsentitel ging 2,20 Prozent tiefer mit 29.688,96 Punkten aus dem
Handel.
Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es
letztlich um 1,5 Prozent bergab. In London und Zürich standen
ähnliche Verluste zu Buche. Der New Yorker Dow büßte zum
europäischen Börsenschluss 1,6 Prozent ein, während der
technologielastige Nasdaq 100 nur um 0,5 Prozent sank.
"Die Anleger bleiben in Sorge, dass sich der Krieg im Nahen Osten
jederzeit weiter dynamisieren kann", schrieb Marktanalyst Andreas
Lipkow vom Broker CMC Markets. "Gerüchte und Spekulationen erreichen
die Finanzmärkte und machen die Lage zunehmend undurchsichtiger. Das
schürt Verunsicherung und sorgt für fallende Aktienkurse."
Derweil läuft die Berichtssaison der Unternehmen auf vollen Touren.
Die Aktien von DHL büßten 4,6 Prozent ein, nachdem
der Logistikriese einen verhaltenen Ausblick gegeben hatte. Beim
Chemie- und Pharmakonzern Merck sorgte der für das
laufende Jahr erwartete Gewinnrückgang für ein Kursminus von 8
Prozent und den letzten Platz im Dax.
Am MDax-Ende ging es für Renk-Titel nach Zahlen um 11,4 Prozent
bergab. Im Sog der Rüstungsaktie verloren die Titel der
Branchenkollegen Hensoldt und Rheinmetall 8,7 beziehungsweise 5,6
Prozent.
Dagegen belegten die Sportwarenhersteller Adidas und
Puma mit Gewinnen von 2,3 und 4,5 Prozent vordere
Plätze in Dax und MDax. Bei Puma sorgte eine Transaktion des
britischen Milliardärs und Investors Michael Ashley für Schwung.
Konkret geht es um den Verkauf von Finanzinstrumenten (sogenannte
Short Puts), die bei Fälligkeit rund 5,6 Prozent der Stimmrechte an
Puma bedeuten. Dies geht aus einer Stimmrechtsmitteilung hervor.
Einer anderen Stimmrechtsmitteilung zufolge nutzte Adidas-Chef Björn
Gulden die jüngste Kursschwäche seines Unternehmens, die den Aktien
ein Tief seit Anfang 2023 eingebrockt hatte, zum Kauf.
Im Nebenwerte-Index SDax sprangen GFT Technologies
dank starker Geschäftszahlen des Software-Entwicklers
mit plus 13 Prozent an die Spitze./gl/jha/