Aktien Frankfurt: Erster Iran-Schreck weiter verdaut
Nach anfänglichen Verlusten ist der deutsche
Aktienmarkt am Donnerstag ins Plus gedreht. Der Leitindex Dax
notierte gegen Mittag mit 0,3 Prozent im Plus bei
24.287 Zählern. Die Bewegung ging einher mit den Preisen für Öl und
Gas, die ihre anfänglichen Gewinne im Handelsverlauf großteils
wieder abgaben.
Doch Skepsis und Vorsicht sind unverändert groß. "Die Energiepreise
sind gestiegen und die physischen Lieferungen unterbrochen", schrieb
Analyst Felix-Antoine Vezina-Poirier vom Analysehaus BCA Research.
Sollte die Inflation infolge des Kriegs im Nahen Osten und daher
höherer Energiepreise dauerhaft steigen, sollten Anleger in Aktien
und Anleihen untergewichtet sein. Cash und Rohstoffe seien in diesem
Fall die Alternativen.
In der Nacht auf Donnerstag flogen die USA und Israel weiter
Angriffe im Iran, Teheran griff erneut kurdische Gruppen im
benachbarten Irak an und das israelische Militär bombardierte weiter
Ziele im Libanon. Zudem nahmen die Befürchtungen zu, dass Israel
erneut eine Bodenoffensive in seinem nördlichen Nachbarland beginnen
könnte.
Der MDax der mittelgroßen Börsentitel lag am
Donnerstag mit 0,3 Prozent im Plus bei 30.440 Zählern. Der
Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50 gewann ein halbes
Prozent.
Hierzulande läuft die Saison der Quartalsbilanzen auf vollen Touren.
Der Logistikriese DHL gab einen verhaltenen Ausblick
für 2026, der Kurs fiel daraufhin als größter Dax-Verlierer um gut
drei Prozent. Der Chemie- und Pharmakonzern Merck
rechnet in diesem Jahr mit einem Gewinnrückgang. Die Aktien verloren
ein Prozent.
Eine Kaufempfehlung der Citigroup verhalf den Aktien von Airbus
zu einem Plus von 2,3 Prozent.
In der zweiten Reihe büßten Aktien von Ströer 4,7
Prozent. Die Gewinnprognose des Werbedienstleisters für 2026 habe
arg enttäuscht, hieß es von JPMorgan. Bei den Papieren der
Rüstungshersteller Renk und Hensoldt
nahmen Anleger Kursgewinne mit.
Die Aktien von Puma verteuerten sich um vier Prozent.
Der britische Milliardär und Investor Mike Ashley baute eine
Beteiligung von knapp sechs Prozent an dem Hersteller von
Sportbekleidung auf.
In der dritten Reihe im SDax verteuerten sich
Jenoptik um 5,7 Prozent. Etwas überraschend steigt
der Optikspezialist zum 23. März in den MDax auf. Auch Salzgitter
und der Motorenbauer Deutz rücken in
den MDax auf. Absteigen in den SDax müssen dafür Teamviewer
, Fielmann und Carl Zeiss Meditec
. Im Leitindex Dax gibt es keine Änderungen.
Die Papiere des Anlagenherstellers Dürr verloren drei
Prozent. Analysten monierten eine schwache Prognose des Unternehmens
für die zu erwartenden Aufträge./bek/mis