Wiener Börse (Nachmittag) - ATX mit plus 1,3 Prozent weiterhin fest / Positives Umfeld trotz schwacher Asien-Vorgaben - Hoffnung auf Sicherung der Straße von Hormuz durch US-Streitkräfte stützt
Die Wiener Börse hat sich am Mittwochnachmittag weiterhin mit Kursgewinnen gezeigt und damit etwas erholt nach den zuletzt deutlichen Kurseinbußen. Der heimische Leitindex ATX stieg knapp nach 14.00 Uhr um 1,3 Prozent auf 5.505,00 Zähler. Der breiter gefasste ATX Prime lag 1,4 Prozent im Plus bei 2.738,29 Punkten.
Weiterhin fest zeigte sich auch das europäische Umfeld trotz sehr schwacher Vorgaben von den Asien-Märkten. Allerdings deuten vorbörsliche Indikationen heute auf moderate Kursgewinne zum Handelsauftakt an den US-Börsen hin. Bereits am Vorabend in New York hatten die US-Indizes ihre Verlaufsverluste deutlich reduziert.
Marktbeobachter verwiesen auf die vage Hoffnung der Anleger auf eine Sicherung der Straße von Hormuz durch US-Streitkräfte. "Falls erforderlich, wird die US-Marine so bald wie möglich damit beginnen, Tanker durch die Straße von Hormuz zu eskortieren", schrieb Trump am Vorabend auf seiner Plattform Truth Social. Um jeden Preis würden die USA den freien Fluss von Energie für den Rest der Welt sicherstellen. Zudem habe er die zuständige Behörde für Entwicklungsfinanzierung DFC angewiesen, Risikoversicherungen und Garantien für den gesamten Seehandel in der Region anzubieten.
Impulse könnten im weiteren Verlauf auch von den anstehenden US-Wirtschaftsdaten kommen. So steht mit dem ADP-Report am frühen Nachmittag eine wichtige Indikation für den offiziellen US-Arbeitsmarktbericht am Freitag an. Zudem gilt es heute, den ISM-Index des Servicesektors zu beachten, der im Februar auf Vormonatsniveau erwartet wird.
Einige Titel, die an den vergangenen Tagen deutlich Federn lassen mussten, zählten heute zu den größeren Gewinnern. So zogen FACC um 10,8 Prozent an. AT&S konnten sich um 7,3 Prozent erholen und Do&Co gewannen um 4,7 Prozent.
Porr-Aktien legten um 4,2 Prozent zu. Der Baukonzern hat seine Gewinne im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 weiter ausgebaut. Das Betriebsergebnis (EBIT) stieg nach vorläufigen Zahlen im Vergleich zum Vorjahr um 24 Prozent auf 197 Mio. Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Der Umsatz kletterte auf 6,3 Mrd. Euro (+1,7 Prozent), der Auftragsbestand auf 9,5 Mrd. Euro (+11,7 Prozent), die Produktionsleistung auf 6,8 Mrd. Euro (+1 Prozent) und der Auftragseingang auf 7,8 Mrd. Euro (+14,1 Prozent).
Der Salzburger Kranhersteller Palfinger (Aktie plus 2,6 Prozent) steigt an Stelle des Immobilienunternehmens CPI Europe (früher Immofinanz) in den Leitindex der Wiener Börse auf. Palfinger kehrt damit erstmals seit 2010 wieder in den ATX zurück, wie die Wiener Börse am Dienstagabend bekannt gab. Die Änderung gilt ab 23. März.
Der Gummi- und Kautschukkonzern Semperit will seinen Aktionären für das abgeschlossene Geschäftsjahr keine Dividende zahlen. Der Vorstand habe heute beschlossen, den Jahresüberschuss vollständig den Gewinnrücklagen zuzuweisen und der Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2025 keinen Dividendenvorschlag zu unterbreiten, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Das Semperit-Management will mit der Dividenden-Aussetzung die finanzielle Substanz des Unternehmens stärken und in weitere Wachstumsbereiche investieren. Für das Geschäftsjahr 2024 betrug die Dividende 0,50 Euro je Aktie. Semperit-Aktien notierten am Mittwochnachmittag unverändert zum Vortag bei 12,90 Euro.
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