ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax-Talfahrt wegen Iran-Krieg geht weiter
Der Iran-Krieg hat den Abwärtsdruck an den
weltweiten Börsen am Dienstag verstärkt. Steigende Öl- und
Erdgaspreise nähren Konjunktur- und Inflationsängste. "Entscheidend
für die Marktstimmung ist, wie sehr sich der Konflikt ausweitet, wie
lange er dauert, wie die übrigen Großmächte auf den Angriff
reagieren und wie stark die Energiepreise steigen", kommentierte
Chris Iggo von BNP Paribas Asset Management.
Der deutsche Leitindex Dax beschleunigte seine
Talfahrt und büßte zum Handelsende 3,44 Prozent auf 23.790,65 Punkte
ein. Mit dem deutlichen Rutsch unter die 100- und
200-Tage-Durchschnittslinien trübte sich auch das langfristige
Chartbild ein. Nach zwei heftigen Verlusttagen ist aus den
Kursgewinnen seit Jahresbeginn inzwischen ein klares Minus geworden.
Für den MDax der mittelgroßen Börsentitel ging es am
Dienstag um weitere 3,44 Prozent auf 29.801,02 Punkte nach unten.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verabschiedete
sich 3,6 Prozent tiefer aus dem Handel. In London und Zürich mussten
die Anleger ebenfalls weitere Kursabschläge verkraften. An den
US-Börsen, die sich zu Wochenbeginn noch vergleichsweise robust
gezeigt hatten, ging es mit einem Tag Verzögerung klar nach unten,
wenngleich nicht ganz so heftig wie in Europa.
Unter den Anlegern geht wegen des amerikanisch-israelischen Kriegs
gegen den Iran weiter die Sorge vor einer Energiekrise um. Der Dax
hängt seit Montag quasi am Gaspreis. Steigt dieser, geben die
Aktienkurse nach; gibt der Gaspreis etwas nach, stabilisieren sich
auch die Aktienkurse etwas.
Die Exporte von Flüssigerdgas aus Katar und den Vereinigten
Arabischen Emiraten hätten 2025 etwa ein Fünftel der weltweiten
Versorgung ausgemacht, schrieb Nitesh Shah vom Vermögensverwalter
Wisdomtree. "Sie müssen die Straße von Hormus passieren. Eine
Unterbrechung hätte daher globale Auswirkungen", so der
Rohstoffexperte. Selbst vorübergehende Ausfälle verschärften die
globale Versorgungslage erheblich.
Schlusslicht im Dax waren die Aktien von Beiersdorf ,
die um gut 20 Prozent auf ein Vierjahrestief einbrachen. Der
Konsumgüterkonzern rechnet für 2026 allenfalls mit einem geringen
Wachstum, was bei Analysten auf ein negatives Echo stieß.
Die Titel der Deutschen Börse waren am Dienstag mit
plus 2,1 Prozent einziger Gewinner im Dax. Sie profitierten damit
weiter von den stark gestiegenen Schwankungen an den Finanzmärkten.
Gleich zwei Investmentbanken gaben neue Kaufempfehlungen aus.
Kion führte mit einem Kursrutsch von 8,7 Prozent die
Verliererliste im MDax an. Die Bank Exane BNP Paribas strich ihr
Kaufvotum für die Papiere des Herstellers von Logistiktechnik.
Die Schaeffler -Aktien brachen nach einem
enttäuschenden Jahresausblick um fast 22 Prozent ein, was den
letzten Platz im Nebenwerte-Index SDax bedeutete.
Zudem sorgten hohe Sonderbelastungen aus dem Konzernumbau mit
Stellenstreichungen 2025 erneut für rote Zahlen.
Die Papiere von SMA Solar hielten sich mit minus 2,3
Prozent klar besser als der SDax. Analysten monierten zwar einen
vorsichtigen Gewinnausblick. Doch eine neue Kaufempfehlung der
Investmentbank Jefferies stützte die Titel des
Solarkonzerns./gl/jha/