Wiener Börse (Nachmittag) - ATX mit minus 4,1 % weiter sehr schwach / Klar negatives Umfeld - Anleger fürchten Eskalation und Energiekrise - Trump lehnt Verhandlungen mit iranischer Führung ab
Die Wiener Börse hat sich am Dienstagnachmittag weiterhin mit deutlichen Kurseinbußen präsentiert. So rutschte der heimische Leitindex ATX gegen 14.10 Uhr um klare 4,12 Prozent auf 5.401,99 Zähler ab. Auch der breiter gefasste ATX Prime musste einen Abschlag in Höhe von gut vier Prozent hinnehmen und notierte bei 2.686,90 Punkten.
Nach schwachen Vorgaben von den Asien-Märkten zeigte sich auch das europäische Umfeld einheitlich tiefrot. Zudem werden für die US-Börsen heute deutliche Kursverluste prognostiziert. US-Präsident Donald Trump lehnt Verhandlungen mit der Führung in Teheran ab. Der Iran wolle zwar verhandeln, dafür sei es aber zu spät, schrieb Trump auf der Plattform Truth Social. Die iranische Luftabwehr, die Luftwaffe, die Marine und die Führung seien ausgeschaltet. Zuvor hatten die iranischen Revolutionsgarden massive Vergeltungsschläge gegen die USA und Israel angekündigt. Ins Visier nahm Teheran auch Europa, welches vor einem Kriegseintritt gewarnt wurde.
Unter den Anlegern geht wegen des Krieges der USA und Israels gegen den Iran weiter die Sorge vor einer Energiekrise um. Der Straße von Hormuz als Öl- und Gasroute kommt dabei eine zentrale Bedeutung zu; der Iran schloss diese mittlerweile. "Je länger die Interventionen anhalten und je weiter sich die Angriffe auf andere Länder in der Region ausweiten, desto höher ist das Risiko, um von einem echten, belastenden Ereignis für die Kapitalmärkte auszugehen", schrieben die Experten der Landesbank NordLB. Die Commerzbank verwies angesichts steigender Ölpreise auch auf Inflationsrisiken.
"Der Fokus der Kapitalmärkte liegt aktuell auf dem Risiko einer Eskalation sowie der sicheren Versorgung mit Energie, insbesondere durch die Straße von Hormuz", fasste Ann-Katrin Petersen, Leiterin Kapitalmarktstrategie beim Vermögensverwalter BlackRock, die Sorgen der Marktteilnehmer zusammen.
Unter den heimischen Einzelwerten führten FACC mit minus 12,3 Prozent die lange Verliererliste an. Deutlich schwächer mit minus 7,7 Prozent zeigten sich auch voestalpine sowie AMAG mit minus 5,3 Prozent. AT&S mussten einen Abschlag in Höhe von 7,2 Prozent verbuchen.
Die heimischen Finanzwerte mussten erneut Federn lassen. So büßten RBI am Nachmittag 5,1 Prozent an Wert ein. BAWAG und Erste Group zeigten sich mit Abschlägen in Höhe von 4,3 bzw. 4,7 Prozent. Bei den Versicherern rutschten UNIQA um 5,7 Prozent ab und Vienna Insurance Group verloren 3,7 Prozent.
Im Energie-Sektor lagen EVN 4,4 Prozent tiefer und Verbund gaben nach den deutlichen Vortagesgewinnen um 2,3 Prozent nach. Bei den Ölwerten schwächten sich OMV nach dem gestrigen Kursanstieg heute um 2,7 Prozent ab. SBO lagen satte 5,6 Prozent im Minus.
ger/spa
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