Die andauernden Kampfhandlungen im Nahen Osten
haben den Abwärtsdruck an den weltweiten Börsen am Dienstag
verstärkt. Auch für die Wall Street und die Nasdaq-Börse werden
erneut stark fallende Kurse prognostiziert. Steigende Öl- und
Erdgaspreise nähren Konjunktur- und Inflationsängste. Vieles hängt
nun von der Dauer des Krieges ab.
Der deutsche Leitindex Dax büßte gegen Mittag 3,5
Prozent ein und fand sich mit 23.772 Punkten auf dem tiefsten Niveau
seit drei Monaten wieder. Seit Wochenbeginn beläuft sich der
Rückschlag nun auf gut 1.500 Punkte oder 6 Prozent. Der Dax rutschte
erstmals seit November unter eine wichtige Trendlinie für die
längerfristige Tendenz.
Der MDax der mittelgroßen Börsentitel gab um 1,8
Prozent auf 30.302 Zähler nach und fiel unter die runde Marke von
30.000 Punkten. Der Eurozone-Leitindex EuroStoxx 50
verlor 3,4 Prozent.
Unter den Anlegern wegen des Krieges der USA und Israels gegen den
Iran weiter die Sorge vor einer Energiekrise um. Der Straße von
Hormus als Öl- und Gasroute kommt dabei eine zentrale Bedeutung zu;
der Iran schloss diese mittlerweile. "Je länger die Interventionen
anhalten und je weiter sich die Angriffe auf andere Länder in der
Region ausweiten, desto höher ist das Risiko, um von einem echten,
belastenden Ereignis für die Kapitalmärkte auszugehen", schrieben
die Experten der Landesbank NordLB. Die Commerzbank verwies
angesichts steigender Ölpreise auch auf Inflationsrisiken.
Im Dax brachen die Aktien von Beiersdorf um mehr als
18 Prozent ein auf ein Tief seit vier Jahren. Der Konsumgüterkonzern
rechnet im laufenden Jahr allenfalls mit einem geringen Wachstum.
Analysten monierten schwache Prognosen der Hamburger für das erste
Quartal und das Gesamtjahr.
Die Aktien der Deutschen Börse zählten mit plus 2,4
Prozent zu den nur drei Gewinnern im Dax neben Fresenius Medical
Care und Qiagen. Gleich zwei Investmentbanken rieten am Dienstag zum
Kauf der Deutsche-Börse-Aktien, auch als möglicher Profiteur der
starken Marktbewegungen.
Für die Aktien von Kion ging es als schwächster Titel
im MDax um 7 Prozent nach unten. Die Bank Exane BNP strich das
Kaufvotum für die Papiere des Herstellers von Logistiktechnik.
Die Schaeffler -Aktien brachen nach enttäuschenden
Zielen für das laufende Jahr um mehr als 16 Prozent ein. Unter dem
Strich sorgten 2025 hohe Sonderbelastungen aus dem Konzernumbau mit
Stellenstreichungen erneut für rote Zahlen.
Die Papiere von SMA Solar stiegen um 1,7 Prozent.
Analysten monierten zwar einen vorsichtigen Gewinnausblick für das
laufende Jahr. Die Investmentbank Jefferies hob die Aktien aber auf
"Buy"./bek/mis