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Gaspreis weiter im Höhenflug - Katar-Lieferungen bleiben gestoppt

Der Iran-Krieg hat den Preis für europäisches Erdgas am Dienstag weiter nach oben getrieben. Er kletterte auf den höchsten Stand seit über drei Jahren wegen eines fortgesetzten Lieferstopps von Flüssiggas aus dem wichtigen Förderland Katar.

An der Börse in Amsterdam stieg der Preis für den richtungweisenden Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat auf 59,44 Euro je Megawattstunde (MWh). Das sind etwa 30 Prozent mehr als am Vortag und der höchste Stand seit Februar 2023.

Seit Beginn der Woche sind Exporte von LNG-Flüssiggas aus Katar gestoppt. Am Montag wurde eine wichtige Anlage zum Export von LNG-Flüssigas nach einem iranischen Drohnenangriff stillgelegt. Nach Einschätzung von Marktbeobachtern suchen Kunden aus Asien derzeit fieberhaft nach Alternativen für ausfallende Gaslieferungen, was auch die Preise auf dem europäischen Markt nach oben treibt.

Der Iran hatte auf die Angriffe durch die USA und Israel mit Gegenangriffen reagiert und den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus eingeschränkt, ein Nadelöhr des weltweiten Energiehandels.

Seit Beginn der Woche hat sich europäisches Erdgas mittlerweile um mehr als 80 Prozent verteuert. Noch stärker war der Gaspreis zuletzt zum Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine vor vier Jahren gestiegen. Damals waren die Notierungen an der Börse in Amsterdam zeitweise über 300 Euro je MWh gestiegen.

Für die weitere Entwicklung des Gaspreises und mögliche Folgen des starken Anstiegs auf die konjunkturelle Entwicklung ist nach Einschätzung von Experten die Dauer des Kriegs im Nahen Osten entscheidend. Erst bei einer längeren Dauer wird mit spürbaren Folgen gerechnet. Zuletzt haben die USA widersprüchliche Signale zur möglichen Dauer des Krieges gesendet./jkr/mis

AXC0131 2026-03-03/09:29

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