ROUNDUP: Beiersdorf sieht kaum Wachstum - Aktie sackt deutlich ab
Der Konsumgüterkonzern Beiersdorf
2026 sei von einem "flachen bis leicht wachsenden organischen Umsatz" und einer operativen Umsatzrendite gemessen am Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) ohne Sondereffekte "leicht unter" dem Vorjahresniveau auszugehen, teilte der Konzern überraschend am Montagabend in Hamburg mit. Die Jahresprognose sei konservativ, so Warnery. Der Manager hält diese angesichts der heute bekannten Fakten aber für realistisch.
An der Börse kam der trübe Ausblick überhaupt nicht gut an. Für die
Aktie ging es am Dienstag im vorbörslichen Handel auf Tradegate um
8.30 Uhr im Vergleich zum Xetra-Schluss um rund elf Prozent auf 93
Euro nach unten. Damit ist der jüngste Erholungsversuch, innerhalb
dessen das Papier von Kursen unter 90 Euro bis auf 110 Euro
geklettert war, beendet. Die im Dax
Laut Celine Pannuti von der US-Bank JPMorgan lagen die Ergebnisse für 2025 im Rahmen der Erwartungen. Der Ausblick der Hamburger auf 2026 sei allerdings etwas mau. Für David Hayes vom Investmenthaus Jefferies bedeutet der Ausblick auf 2026 für den Marktkonsens einen Korrekturbedarf von etwa fünf Prozent. Der Branchenexperte erwartet zudem Diskussionen über das Wachstum der Kernmarke Nivea.
Im vergangenen Jahr lag der Konzernumsatz mit rund 9,9 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau. Organisch, also ohne Währungs- und Portfolioeffekte, wurde ein Wachstum von 2,4 Prozent verzeichnet. Die operative Umsatzrendite lag mit 14,0 Prozent leicht über dem Vorjahreswert von 13,9 Prozent. Der Umsatz lag dabei etwas unter den Erwartungen von Analysten, während die Rendite diese in etwa traf.
"2025 war ein anspruchsvolles Jahr für die Hautpflegebranche, geprägt von langsamerem Wachstum und anhaltender Marktvolatilität", sagte Konzernchef Warnery laut Mitteilung. Das verlangsamte Wachstum des Hautpflegemarkts und das volatile konjunkturelle Umfeld wirkten sich negativ auf die kurzfristigen Wachstumsaussichten des Bereichs Consumer aus, hieß es weiter.
In diesem Segment sei 2026 ein flacher bis leicht wachsender organischer Umsatz und eine operative Umsatzrendite leicht unter dem Vorjahresniveau zu erwarten. Für das erste Quartal wird ein Ergebnis unterhalb der Gesamtjahresspanne erwartet. Belastend wirkten Störungen im US-Einzelhandel sowie im chinesischen Reiseeinzelhandelsgeschäft, so Beiersdorf. Unterdessen schreite die strategische Neujustierung bei Nivea voran. "Mit den Ergebnissen von Nivea sind wir weniger zufrieden, so Konzernchef Warnery. "Wir erwarten mehr". Nivea sei eine große Marke und stärker den Marktdynamiken ausgesetzt.
Die Konsumentensparte mit Marken wie Nivea, Eucerin, Aquaphor und La Prairie wuchs im vergangenen Jahr aus eigener Kraft um zweieinhalb Prozent. Hier stützte weiterhin vor allem ein deutliches Wachstum bei den Hautpflege-Marken Eucerin und Aquaphor sowie bei Gesundheitsprodukten. Der Nivea-Umsatz stieg organisch nur leicht. Der Umsatz der Luxusmarke La Prairie war indessen organisch rückläufig, verzeichnete im Schlussquartal aber ein Wachstum.
Im Bereich Tesa rechnet das Management 2026 mit einem flachen bis leicht wachsenden organischen Umsatz und mit einer leicht unter dem Vorjahr liegenden operativen Umsatzrendite. Im vergangenen Jahr habe dieses Geschäft in einem herausfordernden globalen Umfeld agiert, das unter anderem von Zoll- und Währungsdruck, aber auch von anhaltendem Gegenwind für die Automobilindustrie insbesondere in Europa und Nordamerika geprägt war.
Das Hamburger Traditionsunternehmen kündigte zudem ein weiteres Aktienrückkaufprogramm an. In den nächsten zwei Jahren sollen dabei Aktien für bis zu 750 Millionen Euro zurückgekauft werden. Die Dividende soll mit einem Euro je Aktie stabil bleiben. Von der direkten Gewinnbeteiligung profitiert die Familie Herz am meisten, die über die Maxingvest-Holding etwas mehr als die Hälfte der Anteile hält./err/jha/zb/mis
ISIN DE0005200000
AXC0107 2026-03-03/08:42
Relevante Links: Beiersdorf AG