Wiener Börse (Mittag) - ATX verliert deutlich / Heimischer Leitindex gibt um 1,6 Prozent nach - Flughafen Wien baut nach Zahlen ab - RHI Magnesita und Do&Co verlieren mehr als 11 Prozent - ATX nur von Verbund, OMV und SBO gestützt
Die Wiener Börse hat sich am Montag zu Mittag nach der Eskalation im Nahen Osten weiter schwach präsentiert. Der ATX gab 1,6 Prozent auf 5.610,46 Einheiten nach. Auch der ATX Prime fand sich mit minus 1,76 Prozent bei 2.790,11 Punkten. Damit folgt die Wiener Börse dem Trend der europäischen Börsen, die ebenfalls mit Abgaben zu kämpfen hatten.
Am Wochenende griffen Israel und die USA den Iran an und töteten dabei unter anderem das Staatsoberhaupt und den Religionsführer des Landes, Ayatollah Ali Khamenei. Der Iran reagierte mit Gegenangriffen und schränkte außerdem den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormuz, eine der wichtigsten Passagen des weltweiten Energiehandels, ein. Rund ein Fünftel der globalen Öltransporte passiert täglich die Meerenge. Jede Störung lässt die Energiepreise steigen und die internationalen Märkte werden verunsichert.
Neben der Lage im Nahen Osten rückten die heimischen Arbeitslosenzahlen in den Fokus. Ihr Anstieg fiel im Februar etwas geringer als zuletzt aus. Ende des Monats waren 436.160 Personen arbeitslos oder befanden sich in Schulung, um 1,4 Prozent bzw. 6.220 Personen mehr als im Vorjahresmonat, teilte das Arbeitsmarktservice (AMS) am Vormittag mit. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich im Februar um 0,2 Prozentpunkte auf 8,3 Prozent. In mehreren Bundesländern sind die Zahlen bereits rückläufig, AMS-Chef Johannes Kopf ortet Signale der Entspannung.
Unternehmensseitig standen in der Früh die Zahlen des Flughafen Wiens im Fokus. Der Vorstand der Flughafen Wien AG rüttelt trotz eines Gewinnrückgangs um mehr als zehn Prozent nicht an der Dividendenhöhe von 1,65 Euro. Wegen Abschreibungen durch den Stopp für den Bau einer dritten Start- und Landebahn sank der Gewinn auf 210 Mio. Euro, nach 240 Mio. Euro 2024, wie das Unternehmen in der Früh mitteilte. 2025 steigerte der Flughafen seinen Umsatz auf 1,129 Mrd. Euro, das ist ein Plus von 7,2 Prozent verglichen mit 2024. Der operative Gewinn (EBIT) ging von 306 auf rund 280 Mio. Euro zurück.
Der Flughafen Wien hofft, dass der Iran-Krieg bald endet. Vorstand Julian Jäger sagte am Montag, er sei optimistisch, dass sich die Lage in den nächsten Wochen wieder beruhigt. Pro Tag, an dem die Lufträume in der Region gesperrt sind, kommen 5.000 Passagiere aus Wien hinzu, die festsitzen. Gesperrt sind unter anderem die großen Flughäfen in Dubai, Abu Dhabi und Doha. Auch Airlines, die nicht direkt betroffen sind, müssen großräumig ausweichen. Jenen, die wegen der Bombardements nicht nach Österreich zurückfliegen können, will der Flughafen keine zusätzlichen Parkgebühren verrechnen. "Diese Zusatztage werden wir kompensieren", sagte Vorstand Günther Ofner. Die Aktien notierten zu Mittag bei einem Minus von 1,11 Prozent.
Der Feuerfestkonzern RHI Magnesita schrieb 2025 inmitten eines schwierigen Marktumfelds weniger Umsatz und Gewinn. Die Erlöse sanken um 3 Prozent bzw. währungsbereinigt um 1 Prozent auf rund 3,4 Mrd. Euro, der Gewinn verringerte sich von 154 Mio. um mehr als ein Drittel auf 94 Mio. Euro, geht aus den am Montag veröffentlichten Ergebnissen hervor. Das Unternehmen betonte, damit innerhalb der Prognosen zu liegen. Zu kämpfen hatte der Konzern nach eigenen Angaben vor allem mit einer schwachen Industrienachfrage, einem Anstieg chinesischer Exporte und einem schwachen Preisumfeld. Die Werte gaben um 11,52 Prozent nach.
Mit deutlichen Abschlägen reagierten die Werte von Do&Co auf die Eskalation im Nahen Osten. Der Kurs des Caterers fiel um mehr als elf Prozent. Auch Bankenwerte mussten abgegeben. So verlor RBI 4,31 Prozent, BAWAG 2,05 Prozent. Deutliche Verluste mit über vier Prozent gab es zudem für FACC, Austriacard und EuroTeleSites.
Gestützt wurde der ATX von Verbund (plus 3,4 Prozent), OMV (plus 1,19 Prozent) und dem niederösterreichischen Ölfeldausrüster SBO (plus 0,14 Prozent).
Der oberösterreichische Motorenbauer Steyr Motors wird dem deutsch-französischen Rüstungskonzern KNDS 500 Motor-Generator-Einheiten zuliefern. Ein entsprechender Rahmenvertrag wurde unterzeichnet, dieser läuft bis 2034, teilte das Unternehmen in einer Aussendung mit. Bei den bestellten Produkten handelt es sich um 2-Zylinder-Dieselmotoren, die insbesondere für den Kampfpanzer Leopard 2, aber auch für das Brückenlegesystem Leguan gedacht sind. Die Aktien stiegen um 2,46 Prozent.
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