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Wiener Aktienmarkt vorbörslich mit deutlichen Abgaben erwartet / Angriff der USA und Israels auf den Iran im Fokus - Flughafen Wien rüttelt trotz Gewinnrückgangs nicht an Dividendenhöhe

Zum Monatsstart blicken die Anleger mit Sorge in den Nahen Osten. Die Eskalation sorgt für eine Flucht in sichere Häfen. Der Angriff der USA und Israels auf den Iran wird hingegen den Aktienmarkt wohl schwächen. Rund eine halbe Stunde vor Sitzungsauftakt sahen Bankenindikationen den heimischen Leitindex ATX 1,4 Prozent im Minus bei 5.585 Punkten. Auch die weiteren großen europäischen Börsen werden klar tiefer erwartet.

Am Wochenende griffen Israel und die USA den Iran an und töteten dabei unter anderem das Staatsoberhaupt und den Religionsführer des Landes, Ayatollah Ali Khamenei. Der Iran reagierte mit Gegenangriffen und schränkte außerdem den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormuz, eine der wichtigsten Engstellen des weltweiten Energiehandels, ein. Rund ein Fünftel der globalen Öltransporte passiert täglich die Meerenge. Jede Störung könnte die Energiepreise steigen lassen und die internationalen Märkte verunsichern.

Commerzbank-Chefökonom Jörg Krämer versucht optimistisch in die Zukunft zu blicken: "Dauert der Krieg nur wenige Wochen, wäre die Wirtschaft hierzulande faktisch nicht betroffen. Zöge sich der Krieg dagegen mehrere Monate hin, würde die Inflation im Euroraum wohl mindestens um einen Prozentpunkt steigen und das Wirtschaftswachstum einige Zehntel Prozentpunkte geringer ausfallen. Wir erwarten eher einen kürzeren Krieg."

Am Programm stehen heute in Österreich die Arbeitsmarktdaten für Februar. Zudem werden die Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe sowie für die Dienstleistungen in der Eurozone im Februar bekanntgegeben.

Unternehmensseitig stehen Zahlen des Flughafen Wiens im Fokus. Der Vorstand der Flughafen Wien AG rüttelt trotz eines Gewinnrückgangs um mehr als zehn Prozent nicht an der Dividendenhöhe. Die Aktionäre, darunter das Land Niederösterreich und die Stadt Wien mit je 20 Prozent, sollen wie im Vorjahr 1,65 Euro pro Aktie ausgeschüttet bekommen. Wegen Abschreibungen durch den Stopp für den Bau einer dritten Start- und Landebahn sank der Gewinn auf 210 Mio. Euro, nach 240 Mio. Euro 2024, wie das Unternehmen in der Früh mitteilte. 2025 steigerte der Flughafen seinen Umsatz auf 1,129 Mrd. Euro, das ist ein Plus von 7,2 Prozent verglichen mit 2024. Der operative Gewinn (EBIT) ging von 306 auf rund 280 Mio. Euro zurück.

Am Freitag hatte der ATX um 1,07 Prozent schwächer bei 5.701,70 Punkten geschlossen.

Die größten Kursgewinner im prime market am Freitag:

FACC         +4,40% 15,66 Euro
Mayr-Melnhof +2,99% 99,90 Euro
Semperit     +2,75% 13,46 Euro

Die größten Kursverlierer im prime market am Freitag:

Schoeller-Bleckmann -3,27% 35,55 Euro 
Erste Group         -2,80% 100,70 Euro
BAWAG               -2,65% 132,00 Euro

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