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Rolls-Royce: Gute Geschäfte mit Notstrom und Panzermotoren

Der Großmotorenhersteller Rolls-Royce Power Systems hat seine Rekordzahlen der vergangenen Jahre noch einmal deutlich übertroffen. Das Unternehmen mit britischem Mutterkonzern erwirtschaftete 2025 einen Umsatz von 5,72 Milliarden Euro, wie es am Hauptsitz in Friedrichshafen mitteilte. Das sei ein Anstieg von 19 Prozent im Vergleich zum Jahr zuvor. "In den vergangenen drei Jahren haben wir unseren Umsatz 50 Prozent gesteigert", sagte der Verstandesvorsitzende Jörg Stratmann.

Der bereinigte Betriebsgewinn liege mit 995 Millionen Euro etwa 60 Prozent über dem des Jahres 2024. In den vergangenen drei Jahren sei der Betriebsgewinn verdreifacht worden, so Stratmann weiter. Ein Nettoergebnis wurde nicht genannt.

Die Auftragsbücher sind Stratmann zufolge voll. Der Auftragseingang liege bei mehr als sieben Milliarden Euro und damit 21 Prozent höher als im Jahr zuvor.

Was macht Rolls-Royce Power Systems?

Punkten kann der Großmotorenhersteller in Krisenzeiten vor allem mit Notstromaggregaten für Rechenzentren und Panzermotoren. Unter der Marke mtu vertreibt Rolls-Royce Power Systems auch Großmotoren für Jachten und schwere Land- und Schienenfahrzeuge. Die Dieselaggregate sichern etwa auch Krankenhäuser und Flughäfen vor möglichen Stromausfällen ab.

11.000 Menschen arbeiten weltweit für den Konzern, mehr als die Hälfte davon in zwei Werken und anderen Unternehmensteilen am Hauptstandort Friedrichshafen. Mit einem Bonus von 2.800 Euro sollen sie am Unternehmenserfolg beteiligt werden.

Ein drittes Werk soll nun dazu kommen, wie Stratmann sagte. "Unsere Fabriken arbeiten an der Kapazitätsgrenze." Deshalb werde so stark investiert wie nie zuvor - weltweit. Der Spatenstich für Werk 3 ist für dieses Jahr geplant. 2028 soll es fertig werden.

1.000 neue Stellen im laufenden Jahr geplant

In den Ausbau und die Modernisierung fließe ein hoher dreistelliger Millionenbetrag. Im laufenden Jahr sollen zudem mehr 1.000 neue Stellen weltweit besetzt werden, die Hälfte davon am Bodensee. "Wir suchen qualifizierte Fachkräfte", sagte Arbeitsdirektorin Thelse Godewerth. In diesen Zeiten sei dies eine gute Nachricht.

Das Geschäft mit Rechenzentren macht laut Power Systems mittlerweile etwa die Hälfte des Umsatzes aus. Stratmann geht davon aus, dass sich dieser Markt weiter gut entwickeln werde. Eine zuverlässige Stromversorgung für Rechenzentren sei sehr wichtig.

Seit mehr als 60 Jahren im Verteidigungs-Business

Beim sogenannten Behördengeschäft, zu dem die Panzermotoren für Modelle wie Leopard und Puma gehören, liegt der Anteil am Umsatz den Angaben nach bei rund 25 Prozent. Vor wenigen Jahren lag dieser noch bei knapp zehn Prozent. Die Nachfrage ist dem Unternehmen zufolge stark. Zu den Kunden gehören demnach etwa die Bundeswehr, Nato-Staaten und ihre Verbündeten./bak/DP/jha

 ISIN  GB00B63H8491

AXC0171 2026-02-27/12:07

Relevante Links: Rolls-Royce Holdings plc

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