ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax behauptet sich im Plus - Blicke auf Nvidia
Der Dax hat am Donnerstag seine
anfänglichen Verluste abgeschüttelt. Auch ein Auf und Ab an der Wall
Street konnte dem Leitindex am Nachmittag nichts anhaben. Die Blicke
der Anleger waren im Nachgang der Resultate, die der Chipkonzern
Nvidia am Vorabend nach US-Börsenschluss vorgelegt
hatte, besonders stark auf die US-Börsen gerichtet.
Gestützt auf die Aktien des Schwergewichts SAP , die
sich im Tagesverlauf klar ins Plus absetzten, ging der deutsche
Leitindex 0,45 Prozent höher bei 25.289,02 Punkten über die
Ziellinie. Oberhalb der Marke von 25.300 Punkten war im Tagesverlauf
aber wieder Schluss für den Leitindex. In diesem Bereich
kristallisiert sich seit Mitte Februar ein wichtiger Widerstand
heraus. Der MDax legte am Donnerstag um 0,07 Prozent
auf 31.452,62 Punkte zu.
In New York verteidigte der Dow Jones Industrial
seine frühen Gewinne nicht. Gegenwind kam in New York vor allem an
der technologielastigen Nasdaq-Börse auf. Belastend wirkte dort,
dass Nvidia-Aktien an ihrem höchsten Stand seit November unter
Gewinnmitnahmen litten. Sie wurden von den Anlegern trotz
beeindruckender Quartalszahlen und starker Geschäftsziele
abgestoßen.
Besser schlugen sich dieses Mal die amerikanischen Softwarewerte,
wovon in Deutschland auch SAP profitierte. Die Titel von Salesforce
und Snowflake wurden in New York von
den Anlegern wieder gekauft trotz ihrer Sorgen vor einer Bedrohung
durch Künstliche Intelligenz. Bei Salesforce schüttelten Anleger
diese Bedenken erst einmal ab und bei Snowflake wurden die Stimmen
rund um das KI-Thema optimistischer. SAP schlossen daraufhin mit 3,3
Prozent im Plus.
Die Aktien des Baustoffkonzerns Heidelberg Materials
büßten dagegen am Dax-Ende fünf Prozent ein. Hier belastete die
anhaltende Debatte über das europäische Emissionshandelssystem ETS.
Zum Thema wurde ein Artikel, wonach Italien auf dessen Aussetzung
drängt, um energieintensive Unternehmen zu entlasten. Von den
Anlegern in der CO2-intensiven Chemiebranche wurde diese Entwicklung
begrüßt.
Auch in Europa hatte die Berichtssaison viele Neuigkeiten zu bieten:
Bei Scout24 war die Entwicklung schwankend. Anleger
blieben auch hier nervös wegen der zuletzt aufgekommenen
KI-Bedenken, die den Kurs zunächst auf den tiefsten Stand seit
Februar 2024 drückten. Sie besannen sich aber dann noch etwas auf
ein deutliches Umsatz- und Ergebnisplus und das avisierte weitere
Wachstum des Immobilienportals. Die Verluste wurden auf 0,4 Prozent
begrenzt.
Für Munich Re ging es nach gutem Lauf in gemäßigtem
Rahmen um 0,7 Prozent bergab. Der Rückversicherer übertraf zwar
trotz der verheerenden Waldbrände in Los Angeles sein Gewinnziel,
blieb aber hinter den Analystenerwartungen zurück. Die Titel des
Erstversicherers Allianz schlugen sich nach
durchwachsenen Zahlen mit einem Anstieg um 0,8 Prozent besser.
Die Reihe der Jahresberichte wurde im Dax durch die Deutsche Telekom
ergänzt, hier wurde das Minus im Tagesverlauf mit 2,2
Prozent etwas größer. Getrübt wurde das Branchenbild vom
MDax-Schlusslicht Freenet , dessen Aktien um weitere
14 Prozent abrutschten. Der Mobilfunk- und TV-Anbieter enttäuschte
sowohl mit seinen Jahreszahlen als auch den Unternehmenszielen.
Im MDax gab es nach Zahlen einige weitere Werte mit größeren
Schwankungen. So verlor der Gabelstaplerhersteller Kion
gedrückt durch einen schwachen Ausblick mehr als zehn
Prozent ins Minus. Konkurrent Jungheinrich verlor
mehr als acht Prozent.
Mit 4,3 Prozent waren im allgemein schwachen Rüstungssektor auch die
Hensoldt -Aktien ein größerer Verlierer. Hier wurden
das Ergebnisziel und die Dividende als Enttäuschung gewertet.
Positiver war das Feedback bei Puma , die ihr Kursplus
auf fast zehn Prozent steigerten. Die Zahlen des
Sportwarenherstellers für das vergangene Quartal seien weniger
schlecht ausgefallen als befürchtet, kommentierte Analyst Thomas
Maul von der DZ Bank.
Im Nebenwerte-Index SDax büßten die Aktien von
Gerresheimer auf ihrer rasanten Talfahrt weitere 15
Prozent ein. Die Krise wegen untersuchter Bilanzierungsfehler spitzt
sich beim Verpackungsspezialisten weiter zu. Dagegen gewannen die
zuletzt schwachen Aktien von Adesso an der
SDax-Spitze nach Zahlen mehr als 12 Prozent.
Auf europäischer Ebene setzte der EuroStoxx 50 seine
Rekordrally zunächst fort, bevor der Leitindex ins Minus rutschte
und 0,2 Prozent tiefer schloss. Außerhalb des Eurogebiets legte der
Londoner FTSE 100 zu, der schweizerische SMI
schloss im Minus. In New York verbuchte der Nasdaq
100 mit zuletzt 1,5 Prozent unter den Leitindizes die
größten Verluste./tih/he