Aktien New York Ausblick: Erholung dürfte weitergehen - KI-Champ Nvidia im Fokus
Die US-Börsen dürften zur Wochenmitte ihre
Erholungsgewinne vom Vortag leicht ausbauen. Es herrscht ein wenig
Erleichterung, denn zum Thema Zölle gab es am Vorabend anlässlich
der Rede an die Nation vom US-Präsidenten keine neuen
Hiobsbotschaften. Vorsichtig bleiben die Anleger gleichwohl, denn
nachbörslich wird KI-Champion Nvidia seine Quartalszahlen vorlegen
und wohl auch einen Ausblick auf das neue Jahr geben.
Der Broker IG taxierte den bekanntesten Wall-Street-Index Dow Jones
Industrial rund eine Stunde vor dem Börsenauftakt
0,35 Prozent höher auf 49.350 Punkte. Der von Technologiewerten
dominierte Nasdaq 100 dürfte 0,46 Prozent höher
starten und damit auf 25.092 Zähler steigen.
Während seiner Rede am Vorabend hatte Präsident Donald Trump die
Entscheidung des Obersten Gerichtshofs gegen seine Zölle als
"bedauerlich" kommentiert. Der Supreme Court hatte am vergangenen
Freitag untersagt, unter Berufung auf ein Notstandsgesetz Zölle auf
den Import von Waren aus vielen Ländern zu verhängen. Derlei Zölle
hatte Trump zuvor am Kongress vorbei in Kraft gesetzt.
Nach dem Urteil hatte Trump direkt angekündigt, andere Wege für
seine Zollpolitik nutzen zu wollen und dann neue Zölle auf einer
neuen Rechtsgrundlage angekündigt. Wie weit der damit kommt, ist
ungewiss, doch laut Chefmarktanalyst Jochen Stanzl von der
Consorsbank nimmt das Gerichtsurteil Trump ein zentrales Werkzeug
seiner politischen Agenda aus der Hand: die Fähigkeit, permanente
Zölle spontan aktivieren oder deaktivieren zu können.
Wichtiger als die Zölle seien an diesem Mittwoch allerdings die nach
Börsenschluss erwarteten Quartalszahlen von Nvidia ,
schrieb Stanzl. "Angesichts der hohen Erwartungen werden Anleger
heute Abend in Nvidias Bilanz versuchen, das sprichwörtliche Haar in
der Suppe zu finden." Es dürfe daher "nichts schiefgehen, sonst
könnte die Stimmung schnell kippen". Ähnlich sehen dies die Experten
von Index-Radar: "Der Chipkonzern gilt als Seismograf für die
Investitionsbereitschaft im KI-Komplex." Angesichts der massiven
Investitionsprogramme der großen Tech-Konzerne erwarte der Markt
mehr als gute Zahlen. Nur deutlich bessere Aussichten dürften neue
Dynamik entfachen. "Alles darunter könnte als 'nicht gut genug'
gewertet werden."
Neben Nvidia wird nachbörslich auch der Software-Konzern Salesforce
mit Zahlen in den Blick rücken. Seit Jahresbeginn hat
die Aktie 30 Prozent verloren, - die kleine Stabilisierung von plus
4,1 Prozent am Vortag eingerechnet. Der Rückenwind kam laut den
Index-Radar-Experten indirekt vom OpenAI-Konkurrenten Anthropic, der
neue Anwendungsmöglichkeiten seines Chatbots für klassische
Unternehmensbereiche wie Personalwesen und Investmentbanking
vorstellt hatte. Die Botschaft sei gewesen, dass KI bestehende
Softwarestrukturen ergänze und sie nicht zwangsläufig ersetze, was
am Markt für Erleichterung gesorgt habe.
Zuvor allerdings stehen noch Quartalsberichte von Firstsolar oder
Workday auf der Agenda sowie auch von Axon und der Cava Group. Das
Photovoltaik-Unternehmen Firstsolar enttäuschte vor
allem mit seinem Umsatzausblick für 2026, was der Aktie vorbörslich
ein Minus von 16 Prozent einbrockte. Für Workday ging
es zugleich um 9,6 Prozent abwärts. Der Anbieter von Cloud-Software
für das Finanz- und Personalwesen enttäuschte mit seinen
Quartalsumsätzen aus Abonnements, woraufhin erneut allgemeine
KI-Sorgen bei den Anlegern aufflammten.
Axon Enterprise indes gewannen vor dem Börsenstart
16,2 Prozent, denn der Sicherheitsspezialist und Hersteller der
Elektroschockpistole Taser übertraf mit seinem Quartalsgewinn je
Aktie die Erwartungen. Für Cava Group ging es
unterdessen um 9,5 Prozent nach oben, denn die
Schnellrestaurantkette überzeugte trotz schwieriger Bedingungen mit
einem optimistischen Ausblick./ck/mis