Aktien New York Ausblick: Leichte Verluste nach Trumps Zollankündigung
Die US-Börsen steuern am Montag vor dem
Hintergrund neuer Zollunsicherheit auf einen etwas tieferen
Handelsauftakt zu. Nachdem der Oberste Gerichtshof der USA dem
Präsidenten Donald Trump am Freitag die rechtliche Grundlage für
viele bisher verhängte Zölle entzogen hatte, kündigte dieser prompt
neue Zölle für alle Länder an.
Der Broker IG taxierte den US-Leitindex Dow Jones Industrial
45 Minuten vor dem Auftakt auf 49.432 Punkte, was ein
Minus von 0,4 Prozent bedeutet. Der von Technologiewerten dominierte
Nasdaq 100 dürfte außerdem ein halbes Prozent tiefer
mit 24.894 Punkten in die neue Woche gehen. Der Dow entfernt sich
damit weiter von seiner 50.000-Punkte-Marke, während der
Nasdaq-Index wieder unter die zuletzt umkämpfte Schwelle von 22.500
Zählern fällt.
Trump hatte am Freitag zunächst einen weltweiten Zollsatz auf
Importe in die USA von 10 Prozent angekündigt und diesen am Samstag
auf 15 Prozent erhöht. Die Rückkehr des Zollthemas ergänze die schon
länger spürbaren Sorgen um den Einfluss Künstlicher Intelligenz und
die Spannungen im Nahen Osten mit einem neuen Unsicherheitsfaktor,
hieß es. Marktteilnehmer fürchten ein neues Machtgehabe: "Trump ist
nicht dafür bekannt, einem Kampf aus dem Weg zu gehen oder leicht
aufzugeben", schrieb der Chef-Anlagestratege Stephan Kemper von BNP
Paribas Wealth Management.
Die Verluste zeigen sich am Montag relativ deutlich im
Technologiesektor. Die bedeutendsten sieben Branchenvertreter
bewegen sich vorbörslich mehrheitlich in der Verlustzone, angeführt
von Amazon und Tesla mit jeweils fast
einem Prozent Minus. Nvidia legten hingegen um fast
ein halbes Prozent zu. Hier werden die Anleger in diesen Tagen
besonders aufmerksam hinschauen, da der KI-Chipkonzern am Mittwoch
nach US-Börsenschluss seine stets vielbeachteten Quartalszahlen
vorlegen wird.
Unter den Einzelwerten fielen die Titel von Eli Lilly
mit einem Anstieg um 3,3 Prozent positiv auf. Sie profitieren damit
von einem erneuten Rückschlag des dänischen Wettbewerbers Novo
Nordisk mit einem Abnehmmittel, was die Sorgen vor
dessen wieder erstarkter Konkurrenz milderte. Chris Schott von
JPMorgan schrieb in einem Kommentar, der Weg sei frei für länger
anhaltende Marktanteilsgewinne der Amerikaner - zu Lasten der
Europäer.
Verluste von jeweils etwa sechs Prozent verzeichneten die
Papierhersteller Smurfit Westrock und International
Paper . Hier verwies JPMorgan-Fachmann Detlef
Winckelmann auf einen überraschenden Rückgang der Inlandspreise bei
Wallpappen-Rohpapier, von dem ein Marktforschungsinstitut am
Freitagabend nach Börsenschluss berichtet habe.
Titel des relativ frisch an der Börse notierten Unternehmens York
Space legten um 6,2 Prozent auf 27,54 US-Dollar zu.
Die Aktien hatten sich in sich ihren ersten Tagen schwankend
zwischen 38 und 22 Dollar präsentiert. Nun äußerten sich viele
Analysten fast ausschließlich mit positiven Empfehlungen. Ein
relativ hohes Kursziel wurde dabei mit 55 Dollar von Raymond James
genannt.
Arcellx sprangen um fast 80 Prozent auf 114,37 Dollar
hoch. Biotech-Riese Gilead will den Krebsspezialisten
für 115 Dollar je Aktie plus eine mögliche Nachzahlung in Höhe von
fünf Dollar kaufen. Dabei wird das Unternehmen mit einem
Eigenkapitalwert von bis zu 7,8 Milliarden US-Dollar
bewertet./tih/he