Aktien Frankfurt: Gewinne - Dax festigt 25.000 Punkte
Der Dax hat sich am Freitag
nach der Veröffentlichung solider Wirtschaftsdaten ins Plus
vorgearbeitet. Nach dem Rücksetzer vom Vortag machte der Leitindex
wieder einen kleinen Schritt hin zum Rekordhoch von Mitte Januar,
das bei gut 25.507 Punkten liegt. Am Nachmittag kam er mit 25.090
Punkten auf einen Anstieg um 0,2 Prozent. Unter dem Strich würde es
damit auf ein Wochenplus von 0,7 Prozent hinauslaufen.
In der zweiten deutschen Börsenreihe legte der MDax
zuletzt sogar noch deutlicher um 0,65 Prozent auf 31.683 Punkte zu.
Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 blieb mit einem
Anstieg um 0,3 Prozent in Reichweite seiner Rekordmarke. Der Handel
in Europa hob sich damit leicht positiv ab von den US-Börsen, an
denen am Freitag nach Daten zum Wirtschaftswachstum im vierten
Quartal ein etwas schwächerer Auftakt erwartet wurde.
In Europa zeichneten aktuelle Veröffentlichungen dagegen ein gutes
Bild für die heimische Wirtschaft. "Der konjunkturelle Frühling ist
bereits angebrochen", schrieb der Experte Thomas Gitzel von der VP
Bank mit Blick auf die veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes. Dies
galt vor allem für die deutsche Industrie, deren Stimmungsbarometer
erstmals seit mehr als dreieinhalb Jahren wieder über der
Expansionsschwelle von 50 Punkten lag.
Insgesamt wagten sich Anleger vor dem Wochenende aber nur verhalten
aus der Deckung. Sie bleiben zögerlich angesichts eines möglichen
US-Angriffs auf den Iran und der unklaren Folgen für die
Weltwirtschaft. Die Verhandlungen über ein umstrittenes Atomprogramm
gehen weiter. In dem Konflikt hat US-Präsident Donald Trump für
einen Deal eine Frist von bis zu 15 Tagen genannt. Das sei "so
ziemlich das Maximum".
Einige Kursbewegungen waren geprägt von Erholungen wie bei Airbus
, die um 1,6 Prozent stiegen und so zum Favoritenkreis
im Dax zählten. Tags zuvor waren sie aus Enttäuschung über einen
zurückhaltenden Ausblick auf das niedrigste Niveau seit Anfang
Dezember abgerutscht.
Das Gegenteil war bei Bayer der Fall, denn hier
blieben die Aktien weiter unter Druck nach ihrem jüngsten Hoch seit
September 2023. Die Freude über einen Milliardenvergleich zur
Bewältigung der Klagewelle in den USA, der am Dienstag bekannt
wurde, bleibt damit verflogen. Mit einem Abschlag von 3,6 Prozent
sank der Kurs unter die charttechnisch relevante 21-Tage-Linie.
Infineon gaben ebenfalls nach, auch bereinigt um den
Dividendenabschlag. So sehen die Aktienmarktstrategen der Bank of
America Europas Chipbranche eher skeptisch und stuften sie nach der
"wahnsinnigen Rally" auf "Underweight" ab - raten also zur
Untergewichtung in den Anlegerportfolios.
Unter den Nebenwerten steuerten mit Knorr-Bremse und
den Jost Werken zwei Aktien ihre Rekordmarken an,
indem sie jeweils mehr als drei Prozent zulegten. Zum
Bremsenhersteller Knorr äußerte sich die UBS nach dem
Geschäftsbericht zuversichtlich - unter anderem für das
Lkw-Geschäft, in dem auch das andere Unternehmen beheimatet ist.
Nach den Resultaten vom Vortag erhöhten mehrere Analysten für Jost
ihre Kursziele bis auf 84 Euro im Falle von Berenberg.
Einen weiteren Rekord erklommen die Hochtief -Aktien.
Im MDax vorne lag aber Thyssenkrupp , die mit 5,5
Prozent Plus von einer Kaufempfehlung des Investmenthauses Jefferies
profitierten. Analyst Tommaso Castello begründete diese mit dem
Kursrückgang der Aktien seit Anfang Februar. Dank des Rückenwinds
seitens der Politik und laufender Restrukturierungen sieht er
Ergebnispotenzial im EU-Stahlgeschäft./tih/mis