ROUNDUP/Aktien Europa Schluss: Möglicher Iran-Angriff beendet Rekordjagd vorerst
Die zunehmende Wahrscheinlichkeit
eines Angriffs der Vereinigten Staaten auf den Iran hat am
Donnerstag die Kurs-Rally an Europas Börsen zumindest unterbrochen.
Investoren dürften angesichts dieses Szenarios Gewinne mitgenommen
haben. Am Vortag hatte es weitere Rekorde an den Börsen in Paris,
London und Zürich gegeben. Auch marktführende europäische
Aktienindizes wie der EuroStoxx 50 , der Stoxx 50
und der marktbreite Stoxx 600 hatten
Höchstmarken erreicht.
Am Donnerstag gab der EuroStoxx 50 um 0,72 Prozent auf 6.059,62
Punkte nach. Der schweizerische SMI schloss mit minus
0,05 Prozent auf 13.799,59 Zähler. In London verlor der FTSE 100
0,55 Prozent auf 10.627,04 Punkte.
Nach den jüngsten Atomverhandlungen zwischen den USA und dem Iran
häufen sich Hinweise auf einen möglicherweise bald bevorstehenden
Krieg. So zitierte der US-Sender CBS News informierte Quellen,
wonach ranghohe nationale Sicherheitsbeamte Trump mitgeteilt hätten,
dass das Militär bereit sei, bereits am Samstag Angriffe auf den
Iran durchzuführen. Trump habe aber noch keine endgültige
Entscheidung über einen möglichen Angriff getroffen.
Größter Verlierer war der Sektor der Rohstoffproduzenten
mit einem Minus von gut 2 Prozent. Die Aktien von Rio
Tinto büßten nach Geschäftszahlen fast 4 Prozent ein.
Der Bergbaukonzern hat 2025 vor allem aufgrund stark gesunkener
Eisenerzpreise deutlich weniger Gewinn erzielt.
Unter den schwächelnden Autowerten büßten Renault
rund 3 Prozent ein. Zunehmende Konkurrenz in Europa,
die Expansion nach Lateinamerika und Asien sowie der Anlauf neuer
Elektromodelle dürften 2026 auf die Profitabilität drücken.
Auch Versorger hatten einen schweren Stand. Aktien
der britischen Centrica fielen um gut 5 Prozent,
nachdem das Unternehmen einen massiven Gewinnrückgang von 40 Prozent
für das Vorjahr gemeldet hatte. In Mailand verloren Enel
3,6 Prozent. Ein Dekret der italienischen Regierung
zu Energiepreisen werteten Analysten als Belastung für die
Profitabilität von Stromproduzenten.
Dagegen stützten die Gewinne von Nestle von fast 4
Prozent den Index der Nahrungs- und Getränkehersteller
. Der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern hat mit seinen
Quartalszahlen die Erwartungen übertroffen. Das Unternehmen will
sich zudem künftig auf die vier Kernbereiche Kaffee, Tierfutter,
Ernährung und Gesundheit sowie Lebensmittel und Snacks
konzentrieren.
Für Aufatmen sorgten auch die Geschäftszahlen von Pernod Ricard
. Die Befürchtungen des Marktes hätten sich nicht
bewahrheitet, hieß es von der Bank Jefferies. Pernod Ricard
kletterten um 2,7 Prozent.
Um fast 12 Prozent nach oben schnellten Air France-KLM
. Höhere Ticketpreise und gesunkene Treibstoffkosten
haben der Fluggesellschaft im vergangenen Jahr einen überraschend
starken Gewinnanstieg beschert./bek/men