Russland will weiter ohne Europäer mit Ukraine verhandeln
Russland lehnt auch künftig eine von der Ukraine gewünschte Beteiligung der Europäer an den Friedensverhandlungen ab. Russland sehe keinen Sinn in einer Teilnahme von Vertretern Europas an den Gesprächen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge. Bei den Gesprächen von Ukrainern, Russen und US-Vermittlern in Genf am Dienstag und Mittwoch waren im Hintergrund auch mehrere ranghohe europäische Beamte anwesend, darunter aus Deutschland, Großbritannien und Frankreich.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte die Europäer für ihren Beistand gelobt und eine stärkere Rolle für sie in dem Verhandlungsprozess gefordert. Russland sieht darin ein Manöver Selenskyjs, die Gespräche in die Länge zu ziehen.
"Die Europäer sind nicht am Verhandlungstisch vertreten, sie sind überhaupt nicht am Verhandlungsprozess beteiligt, mehr noch, die überwiegende Mehrheit der Standpunkte, die in den europäischen Hauptstädten geäußert werden, tragen eher zur Fortsetzung des Krieges bei als zu Versuchen einer friedlichen Beilegung", sagte Peskow. Die Verhandlungen sollten im bisherigen Format zwischen Russen und Ukrainern unter US-Vermittlung fortgesetzt werden. Einen Termin und Ort gebe es nicht bisher, hieß es in Moskau.
Moskau sieht die Europäer als Kriegspartei
Moskau wirft den Europäern auch wegen der Waffenlieferungen an Kiew vor, Kriegspartei zu sein und auf die Fortsetzung der Kämpfe zu setzen - bis zu einer Niederlage Russlands. Der an den Verhandlungen beteiligte russische Vize-Außenminister Michail Galusin meinte, dass eine Mitwirkung der Europäer schwer vorstellbar sei, zumal sie selbst erklärten, sie wollten dabei sein, weil sie für den Krieg bezahlten. Galusin sagte, der Westen solle sich nicht um die Finanzierung des Krieges kümmern, sondern nach Wegen zum Frieden suchen.
Bei den Verhandlungen ist bisher eine Einigung auf ein Kriegsende nicht in Sicht, weil Russland seine Maximalforderungen nicht erfüllt sieht. Moskau fordert etwa, dass Kiew seine Truppen aus jenen Teilen des Donbass abzieht, die weiter unter ukrainischer Kontrolle stehen. Selenskyj lehnt das kategorisch ab - und sieht auch im Fall eines Referendums keine Chance, dass die ukrainische Bevölkerung einem Gebietsverzicht zustimmen würde.
Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine geht kommende Woche in sein fünftes Jahr./mau/DP/men
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