Wadephul: Deutsch-französisches Verhältnis Schicksalsfrage
Außenminister Johann Wadephul hat ungeachtet gelegentlicher Unstimmigkeiten die Bedeutung des deutsch-französischen Verhältnisses hervorgehoben. "Es ist eine Schicksalsfrage für die Europäische Union, dass sich Frankreich und Deutschland immer wieder die Hände reichen, dass wir trotz manchmal unterschiedlicher Standpunkte stets das Gemeinsame suchen", sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. "Frankreich ist unser engster Partner und wichtigster Freund in Europa." Er fügte hinzu: "Gemeinsam sind wir uns auch unserer Verantwortung für Europa bewusst."
Deutschland und Frankreich seien mit dem historischen Elysée-Vertrag und der Erweiterung im Vertrag von Aachen "eine immerwährende Verbindung eingegangen, die wir in dieser Tiefe und Breite mit keinem anderen Land haben", erklärte Wadephul. Auf dieser Basis sei es eine Schicksalsfrage, dass beide Länder mutig vorangingen, auch bei der Unterstützung der Ukraine und damit der Verteidigung der Freiheit. "Das verstehe ich, und das versteht die ganze Bundesregierung als eine unserer wichtigsten Aufgaben."
Wadephul: Übereinstimmung mit Paris überwiegt
Wadephul betonte: "Auch wenn es Differenzen gibt, wie beispielsweise beim Mercosur-Abkommen, überwiegt bei Weitem die Übereinstimmung bei zentralen Fragen unserer gemeinsamen europäischen Zukunft." Beide Länder arbeiteten jeden Tag an mehr europäischer Souveränität, die man in allen Bereichen dringend herstellen müsse. Das beginne mit dem Zugang zu kritischen Rohstoffen oder Halbleitern, das müsse europäische Selbstbestimmung im digitalen Bereich enthalten, "und zwar basierend auf unseren Werten".
Dies umfasse auch Zusammenarbeit bei der Stärkung der Rüstungsindustrie und erste wichtige Gespräche über Fragen der nuklearen Abschreckung. "Unsere Partnerschaft ist von existenzieller Bedeutung für unsere beiden Länder", sagte der deutsche Außenminister. "Deswegen kommt es auf das offene Wort, den ehrlichen Austausch und auch die kritische Debatte zwischen uns an - immer mit dem Ziel der Stärkung unseres Europas."
Auch bei der Realisierung des von Deutschland, Frankreich und Spanien geplanten Rüstungsprojekts FCAS gibt es Unstimmigkeiten zwischen Paris und Berlin./bk/DP/mis
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