Kiewer Ex-Energieminister der Geldwäsche verdächtigt
Nach der Festnahme des früheren ukrainischen Energieministers Herman Haluschtschenko im Zusammenhang mit einem Korruptionsskandal werfen Ermittler ihm Geldwäsche und Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung vor. Wie die für Korruptionsbekämpfung zuständigen Kiewer Behörden SAP und Nabu mitteilten, soll die Organisation während seiner Amtszeit mehr als 112 Millionen US-Dollar (rund 94 Millionen Euro) aus illegalen Aktivitäten im Energiesektor erhalten haben. Haluschtschenko war am Sonntag beim Versuch, das Land zu verlassen, festgenommen worden.
Laut SAP und registrierten mutmaßliche Mittäter 2021 auf der Insel Anguilla einen Fonds, der rund 100 Millionen US-Dollar angeblicher Investitionen einwerben sollte. Der Fonds sei von einem langjährigen Bekannten der Mitglieder der kriminellen Organisation, demnach einem Staatsbürger der Seychellen und des Inselstaats St. Kitts und Nevis, geleitet worden, der Dienstleistungen für Geldwäsche zur Verfügung gestellt habe. Zu den "Investoren" des Fonds habe auch die Familie Haluschtschenkos gehört.
Im vergangenen November hatten ukrainische Korruptionsfahnder Vorwürfe gegen eine Gruppe mutmaßlich bestechlicher Staatsdiener direkt im Umfeld von Präsident Wolodymyr Selenskyj erhoben. Es geht um Bestechungsgeld, das beim Bau von Schutzvorrichtungen um Energieanlagen gegen russische Luftangriffe geflossen sein soll.
Mitte November 2025 wurden Haluschtschenko, der inzwischen das Amt des Justizministers innehatte, und seine Nachfolgerin als Energieministerin, Switlana Hryntschuk, entlassen. Der Hauptverdächtige in dem Skandal und Vertraute von Präsident Selenskyj, Tymur Minditsch, konnte aus dem Land fliehen. Selenskyj baute daraufhin die Regierung um und ersetzte auch seinen einflussreichen Stabschef Andrij Jermak./ksr/DP/stw
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