Österreichische Staatsanleihen im Späthandel mit Kursgewinnen / US-Inflation geht stärker zurück als erwartet
Die Kurse österreichischer Bundesanleihen haben sich am Freitagnachmittag mit Kursgewinnen gezeigt. Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen österreichischen Benchmark-Anleihe ist um 4 Basispunkte auf 3,04 Prozent gefallen. Der Rendite-Spread zur vergleichbaren deutschen Anleihe betrug 29 Basispunkte. Der Euro-Bund-Future stieg um 0,09 Prozent auf 129,16 Punkte.
Druck auf die Renditen kaum aus den USA, wo sich die Inflation zu Beginn des Jahres überraschend deutlich abgeschwächt hat. Im Jahresvergleich stiegen die Verbraucherpreise im Jänner um 2,4 Prozent. Im Dezember hatte die Inflation noch bei 2,7 Prozent gelegen. Volkswirte hatten einen Rückgang erwartet, waren aber im Schnitt von einer etwas höheren Jahresrate von 2,5 Prozent ausgegangen.
Da die Inflation weiterhin über der Zielmarke von zwei Prozent liegt, erwarten Ökonomen bei den nächsten beiden Sitzungen der US-Notenbank Fed noch keine Zinssenkungen. Anders sieht es ab dem Juni-Treffen aus, ab dem Kevin Warsh voraussichtlich die Rolle des Vorsitzenden der Fed übernehmen wird.
Sollte sich die aktuelle Entwicklung fortsetzen, werde es dem neuen Fed-Chef leichter fallen, seine Kollegen von Zinssenkungen zu überzeugen, erwartet Commerzbank-Ökonom Christoph Balz. Balz erwartet ab Juni vier Zinssenkungen und damit mehr, als der Markt eingepreist hat.
Renditen ausgewählter österreichischer Benchmark-Anleihen:
Laufzeit Aktuell Vortag Veränderung Spread (in Basispunkten) 2 Jahre 2,06 2,15 -0,09 2 5 Jahre 2,49 2,55 -0,06 15 10 Jahre 3,04 3,09 -0,04 29 30 Jahre 3,73 3,75 -0,03 30
spa/ste