ROUNDUP/Aktien Frankfurt Eröffnung: Dax stagniert unter 25.000 Punkten
Beim Dax müssen die Anleger am
Freitag weiter von unten auf die 25.000-Punkte-Marke schauen. Sie
konnten sich im frühen Handel nicht für eine klare Tendenz
entscheiden und so blieb der Leitindex auf Abstand zur
Tausendermarke, nachdem der Sprung über diese am Vortag erneut
gescheitert war. Zu Wochenschluss dürfte nun viel daran liegen, was
die am Nachmittag anstehenden Inflationszahlen aus den USA mit sich
bringen.
In der ersten halben Handelsstunde wechselten sich die Vorzeichen
für den Dax bei insgesamt wenig Bewegung munter ab. Nach einer
Spitze bei fast 24.900 Punkten stand zuletzt mit 24.834 Zählern ein
Abschlag von 0,1 Prozent auf der Kurstafel. Der Leitindex steuert
damit aber noch auf ein Wochenplus von einem halben Prozent zu. Der
MDax mit den mittelgroßen deutschen Werten lag am
Freitag mit 31.104 Zählern noch knapper im Minus. Der
Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab nach seiner
jüngsten Rekordjagd um 0,2 Prozent nach.
Laut der Helaba würde aus technischer Sicht erst ein nachhaltiger
Dax-Anstieg über die 25.000 Punkte den Weg zur Bestmarke von knapp
25.508 Punkten frei machen. Im Wochenverlauf hat sich der Leitindex
bislang jeden Tag vergeblich daran versucht. Auch am Vortag hatte
das Hoch seit Mitte Januar nicht lange gewährt, da die Gewinne nach
dem US-Handelsstart wieder abgegeben wurden. Einmal mehr griffen
KI-Sorgen im New Yorker Handel auf viele Branchen durch.
Die am Freitag erwarteten US-Verbraucherpreise sind von besonderer
Bedeutung für den Spielraum, den die Notenbank Fed für weitere
Zinssenkungen bekommt. Infolge unterschiedlicher Wirtschaftsdaten
hatten schwankende Zinssenkungserwartungen neben den in manchen
Branchen aufflammenden KI-Sorgen zuletzt zur Unruhe an den Börsen
beigetragen. Laut der Helaba war die Inflation zuletzt zu hoch, doch
mit den Januarzahlen zeichne sich eine Entspannung ab.
Nachdem Siemens am Vortag nach Zahlen merklich zu den
Kursschwankungen im Dax beigetragen und zeitweise SAP
erneut als wertvollstes Indexunternehmen abgelöst hatte, wurde die
Nachrichtenlage auf Unternehmensseite zu Wochenschluss etwas
ruhiger. Der Siemens-Kurs muss am Freitag um die Auszahlung der
Dividende bereinigt werden.
Im Fokus stand Jenoptik , wobei ein anfänglich
deutlicher Kursrutsch sich zuletzt auf 1,5 Prozent abschwächte. Bei
dem Technologieunternehmen ging die jüngste Rally, die den Kurs am
Vortag erstmals seit Oktober 2024 wieder bis an die 28-Euro-Marke
herangeführt hatte, nach vorgelegten Eckdaten vorerst zu Ende. Der
Auftragseingang habe im vierten Quartal enttäuscht, kommentierte der
Warburg-Experte Malte Schaumann.
Ihren jüngsten Kursrutsch verstärkten die Titel von Delivery Hero
wegen enttäuschender Zahlen der Nahost-Tochter
Talabat. Mit einem Abschlag von acht Prozent sackte der Kurs des
Essenslieferdienstes erstmals seit Dezember wieder unter die
20-Euro-Marke. Das Hauptthema war der Ausblick von Talabat, den
Marcus Diebel von JPMorgan gar als "Gewinnwarnung" wegen geplanter
Investitionen bezeichnete.
RWE litten mit einem Prozent darunter, dass die
Aktien nach starkem Kursverlauf vom Analysehaus Bernstein Research
auf ein neutrales Votum abgestuft wurden. Das Wachstumspotenzial des
Energiekonzerns sei inzwischen eingepreist, lautete das Argument der
Analystin Deepa Venkateswaran. Chancen und Risiken hält sie für
ausgeglichen.
Positiver sah das Bild nach einem Analystenkommentar bei PVA Tepla
aus, denn hier zogen die Aktien im Tradegate-Handel
um zwei Prozent an. Für das Technologieunternehmen aus dem SDax
hat die französische Investmentbank Exane BNP ihre
bisher negative Haltung aufgegeben./tih/jha/