Aktien Frankfurt Ausblick: Leichte Gewinne - Dax aber weiter unter 25.000 Punkte
Beim Dax müssen die Anleger am
Freitag trotz leichter Gewinne wohl von unten auf die
25.000-Punkte-Marke schauen. Mit einem leicht positiven Start dürfte
der Leitindex zunächst auf etwas Abstand zur Tausendermarke bleiben,
nachdem der Sprung über diese am Vortag erneut gescheitert war. Der
X-Dax signalisierte eine Stunde vor dem Xetra-Start
einen 0,1 Prozent höheren Auftakt bei 24.868 Punkten. Damit würde
das Wochenplus auf 0,6 Prozent steigen.
Laut der Helaba würde aus technischer Sicht erst ein nachhaltiger
Anstieg über die 25.000 Punkte den Weg zur Bestmarke von knapp
25.508 Punkten frei machen. Auf dem Weg dahin hatte das Hoch seit
Mitte Januar am Donnerstag nicht lange gewährt, da die Gewinne nach
dem US-Handelsstart wieder abgegeben wurden. Einmal mehr griffen
KI-Sorgen im New Yorker Handel auf viele Branchen durch. Der
US-Tech-Index Nasdaq 100 verlor zwei Prozent. Den
Löwenanteil aber bereits bis zum europäischen Handelsende.
Am Freitag dürfte nun viel daran liegen, was die am Nachmittag
anstehenden Inflationszahlen aus den USA mit sich bringen. Diese
sind von besonderer Bedeutung für den Spielraum der Notenbank Fed,
um die Zinsen weiter zu senken. Infolge unterschiedlicher
Wirtschaftsdaten hatten schwankende Zinssenkungserwartungen zuletzt
zur Unruhe an den Börsen beigetragen. Laut der Helaba war die
Inflation zuletzt zu hoch, doch mit den Januarzahlen zeichne sich
eine Entspannung ab.
Nachdem Siemens am Vortag nach Zahlen merklich zu den
Kursbewegungen beigetragen und zeitweise SAP erneut
als wertvollstes Dax-Unternehmen abgelöst hatte, wird die
Nachrichtenlage auf Unternehmensseite zu Wochenschluss etwas
ruhiger. Der Siemens-Kurs wird am Freitag um die Auszahlung der
Dividende bereinigt.
Im Fokus stand vor allem Jenoptik mit einem
vorbörslichen Kursrutsch um mehr als elf Prozent. Bei dem
Technologieunternehmen geht damit wohl die jüngste Rally zu Ende,
die den Kurs am Vortag erstmals seit Oktober 2024 wieder bis an die
28-Euro-Marke herangeführt hatte. Der Auftragseingang und die Marge
trübten nach der Rally die Stimmung, hieß es von Händlerseite.
Beiersdorf könnten einen Blick wert sein nach
enttäuschenden Zahlen des Konkurrenten L'Oreal ,
dessen Aktien nachbörslich deutlich unter Druck gerieten. Ein
Händler erwähnte, auf den zweiten Blick könnten die Rückschlüsse für
den Nivea-Hersteller aber positiver werden, da das Abschneiden von
L'Oreal an den gemeinsamen Schnittstellen zufriedenstellend wirke.
An die jüngsten Kursverluste knüpfen vorbörslich die Titel von
Delivery Hero mit einem Abschlag von 2,3 Prozent an.
Hier wurde auf enttäuschende Zahlen der Nahost-Tochter Talabat
verwiesen. Umsatzseitig sei deren viertes Quartal in Ordnung,
schrieb Analyst Evgenii Annenkov von Jefferies Research. Der
Ausblick auf das operative Ergebnis (Ebitda) im neuen Geschäftsjahr
liege aber unter dem Analystenkonsens.
RWE leiden vorbörslich mit einem Prozent darunter,
dass die Aktien nach starkem Kursverlauf vom Analysehaus Bernstein
Research auf ein neutrales Votum abgestuft wurden. Das
Wachstumspotenzial des Energiekonzerns sei inzwischen eingepreist,
lautete das Argument der Analystin Deepa Venkateswaran. Chancen und
Risiken hält sie für ausgeglichen.
Positiver sieht das Bild nach einem Analystenkommentar bei PVA Tepla
aus, denn hier ziehen die Aktien im Tradegate-Handel
um zwei Prozent an. Für das Technologieunternehmen aus dem SDax
hat die französische Investmentbank Exane BNP ihre
bisher negative Haltung aufgegeben./tih/jha/