ROUNDUP/Aktien Frankfurt Schluss: Dax kaum verändert - Siemens-Plus abgebröckelt
Die Siemens-Aktie hat dem Dax
am Donnerstag nur zeitweise den nötigen Schwung zur Rückkehr über
die Marke von 25.000 Punkten verliehen. Am späteren Nachmittag
bröckelten die satten Gewinne des Siemens-Papiers wieder deutlich
ab. Da in den USA die Börsen im Handelsverlauf zunehmend
schwächelten, wurde der deutsche Leitindex auch von dieser Seite her
belastet. Er ging letztlich mit minus 0,01 Prozent auf 24.852,69
Punkte aus dem Tag.
Der MDax mit den mittelgroßen deutschen Werten büßte
1,60 Prozent auf 31.113,70 Punkte ein. Der EuroStoxx 50
und der schweizerische SMI erreichten
Bestmarken, bevor auch sie etwas schwächer schlossen. Der Leitindex
der Euroregion beendete den Handel mit minus 0,40 Prozent auf
6.011,29 Punkte. Auch in London wurden Verluste verbucht.
In den USA drehte der bekannteste Wall-Street-Index Dow Jones
Industrial nach einem freundlichen Start in die
Verlustzone und gab zum europäischen Börsenschluss um 1,0 Prozent
nach. Der technologielastige Nasdaq 100 sackte um 1,6
Prozent ab. Technologieaktien litten vor allem unter dem Zahlenwerk
des Netzwerkausrüsters Cisco . Der Druck auf die
Gewinnmarge von Cisco überschatte dessen KI-Erfolge, hieß es am
Markt.
Nun warten die Anleger auf US-Inflationszahlen am Freitag. Diese
sind der nächste wichtige Baustein, um den weiteren geldpolitischen
Spielraum der Notenbank Fed beurteilen zu können. Ein überraschend
guter US-Jobbericht hatte am Vortag den Zinssenkungshoffnungen
Gegenwind beschert.
Ein höher gestecktes Gewinnziel für das Geschäftsjahr 2025/26 hatte
die Siemens-Aktie zeitweise um fast 8 Prozent auf
einen Rekordstand von knapp unter 276 Euro nach oben katapultiert.
Damit hatte der Industrie- und Technologiekonzern zumindest für
einige Stunden einmal wieder den Softwarehersteller SAP
als wertvollstes Dax-Unternehmen abgelöst. Dessen
Kurs war zuletzt von Sorgen vor einer KI-Bedrohung schwer belastet
worden. Die Begeisterung für Siemens hielt aber nicht an, sodass die
Aktie letztlich nur 0,3 Prozent höher schloss, während SAP um 0,4
Prozent zulegte.
Heidelberg Materials sackten mit minus 11 Prozent an
das Dax-Ende. Sie litten angesichts von Aussagen von Bundeskanzler
Friedrich Merz (CDU) beim Gipfeltreffen der energieintensiven
Industrien in Antwerpen erneut unter der möglichen Lockerung von
Klimaschutzvorschriften. Ein Aufweichen der EU-Pläne würde den
Zementhersteller besonders belasten, denn der Konzern hat eine
branchenführende Position bei der Dekarbonisierung und Abscheidung
von CO2-Emissionen im Produktionsprozess.
Mercedes gaben um 1,5 Prozent nach. Die Titel des
Premium-Autobauers litten unter einem schwachen Schlussquartal und
vorsichtigen Zielen für das neue Geschäftsjahr. Spitzenreiter im Dax
war am Ende des Tages die Aktie der Deutschen Telekom
mit plus 6,1 Prozent. Mehrere Analysten sahen in den am Vortag
vorgelegten Zahlen und Zielen der Tochter T-Mobile US
einiges Positive. Die Bank Barclays hob für die Telekom außerdem
gute Aussichten in Deutschland hervor.
Im MDax ging es für Thyssenkrupp um etwas mehr als 12
Prozent abwärts. Der Industriekonzern leidet weiter unter einem
schwachen Marktumfeld. Hohe Restrukturierungskosten für das
Stahlgeschäft führten zu einem höheren Verlust im ersten
Geschäftsquartal.
Im Nebenwerte-Index SDax kamen negative Nachrichten
vor allem von Hellofresh und Siltronic
. Der Kurs des Kochboxenlieferanten sackte nach einem
deutlichen Umsatzrückgang im vergangenen Jahr zeitweise in Richtung
Rekordtief, bevor am Ende ein Minus von 7,3 Prozent verbucht wurde.
Der Waferhersteller enttäuschte mit seinen Zielen für das neue Jahr,
was der Siltronic-Aktie ein Minus von etwas mehr als 11 Prozent
einbrockte./ck/he